Fussball

Zum bisherigen Verlauf der Fußballbundesliga:

Vor Jahren habe ich mich aufgeregt über das Spucken der Fußballer in gewissen Situationen, die einen mit eifrigen Girlanden, andere mit Routine. Hat sich enorm gebessert! Diesmal kommt etwas mit Haltbarkeitsdauer und besonderer Marke hinzu. Was ich an Tätowierung bisher gesehen habe, ist abenteuerlich. Wenn ein Rempler jemanden auf den Boden schickt, wenn einer an der Außenlinie stürzt, wenn einer zu flott hantiert und ausrutscht, dann macht es sich gut, zu winken und die Botschaften an Händen und Armen zum Entziffern anzubieten. Nach dem Schlusspfiff dann die totale Enthüllung. Der Block der Auserwählten, wie sie sich nennen, trägt Bildnisse, halbe Balladen, Familiengeschichten mit sich herum und lässt kaum ein Fleckchen frei. Problematisch wird\'s dann, wenn eingemeißelte Liebschaften doch nicht halten. Die Kunst der Korrektur blüht. Die weitverbreitete Neigung zum "Glatzkopf" gefällt mir bei den meisten Aktiven, wenn auch neuerdings merkwürdige Tonsuren zu bewundern sind. Eigenartig finde ich die Stutzen, die bis unter den Bauch hochgezogen werden und das Design von Gamaschen vergessen machen. Neu ist auch der Zweig der Gesichtsmasken für Verletzte; schon interessiert sich die Berufs- und Arbeitswelt für diesen Lösungsweg und schickt womöglich lädierte Arbeitnehmer früher aus dem Haus. Die Tätowierung als körpereigene Visitenkarte hat eine rasante Entwicklung genommen und muss sich den Vorwurf "Inflation der Selbstachtung" gefallen lassen. Kann es sein, dass man im Altertum so etwas Dekadenz schimpfte? Ich weiß, jetzt gibt es Hiebe nach dem Motto: "Allez-hopp, schlieh`dropp!" Ach ja, vergessen will ich nicht die bunten Schuhe. Mit Blau schießt Du genau, mit Gelb bist Du ein Held, mit Pink bist Du flink! Und dann die vielen Daumen "in die Höh", wenn die Bälle den Mitspieler verfehlen. Das ist dann sub-optimal, nicht ganz genial. Mal ehrlich, stramm vorbei, oder? Dann die Schiedsrichter! Sie lassen sich nicht brandmarken Sie wollen makellos sein, und Schiri-Boss Herbert Fandel unterstützt sie mit Mut machender Zuwendung. Albert Borrelbach, Koxhausen