Geheimdienste

Zur Berichterstattung über die US-Spionage in Deutschland und das "No spy"-Abkommen:

Ich verfolge dieses Theater mit wachsender Begeisterung. Es ist erstaunlich, wie Politiker sich über Dinge in der Öffentlichkeit aufregen können, von denen sie genau wissen, dass sie nicht veränderbar sind. Offiziell ist die Bundesrepublik Deutschland ein souveräner Staat, inoffiziell aber ein Staat von Amerikas Gnaden - der Marshall-Plan lässt grüßen; es würde mich brennend interessieren, was tatsächlich in diesem Papier steht. Die Amerikaner haben und werden sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und machen, was sie wollen. Seit Jahrzehnten kann man beobachten, wie unsere Politiker nachgeben, wenn es um die US-Interessen geht. Ob das die Nuklearwaffen in Büchel, die Abhörstationen in ganz Deutschland oder die Ausweitung von Standorten sind, immer wird das Märchen vom guten Freund erzählt, den es zu schützen gilt und der uns schützt. In dem Buch "Die deutsche Karte" beschreibt der ehemalige Chef des MAD (Militärischer Abschirmdienst der Bundeswehr) haarsträubende Entscheidungen von Politikern und wie andere Staaten, allen voran die USA, darauf reagieren. Auch die neueste Entscheidung, dass der BND die Zusammenarbeit mit der National Security Agency (NSA) auf bestimmten Gebieten sofort einstellen wird, ist nichts anderes als ein PR-Theater. Es mag sein, dass der eine oder andere daran glaubt, ich jedenfalls nicht. Hans-Dieter Georg, Enkirch