Geiz ist nicht geil

Zum Streit um den Milchpreis:

Wie dem Kommentar von Damian Schwickerath zu der aktuellen Krise in der Milchbranche zu entnehmen ist, sind wohl noch eine Menge Fragen zu beantworten. Es geht - so funktioniert der globalisierte freie Markt - um Profit, Marktbeherrschung, um die Konkurrenz der Multis, Gewinnmaximierung um jeden Preis. Viel Verständnis aus der Bevölkerung kommt den verzweifelten Landwirten entgegen, die nun zu Mitteln greifen, die niemand für möglich gehalten hätte! Aber wenn es um Lösungsvorschläge geht, fragt man sich: Wer hat tatsächlich mehr für sie übrig als ein hilfloses Schulterzucken? Dabei könnte es möglich sein, ihnen für die Milch den Preis auszuhandeln, der ihnen zusteht. Denn Geiz ist überhaupt nicht geil. Im Gegenteil: Durch ein verantwortliches wertgeschätztes Einkaufen könnte der Endverbraucher über die weitere Zukunft unserer Landwirtschaft entscheiden. Die meisten von uns können es sich wohl leisten, den Preis zu zahlen, den die Milch in der Tat wert ist. Oder sind wir wirklich so arm, dass wir "billig um jeden Preis" allen Schnäppchen hinterherhecheln müssen, zumal der Endverbraucher bei Markenartikeln längst nicht so geizig ist wie bei Nahrungsmitteln: Milch von Aldi, Lidl und Co, ein Hemd von Lacoste. Stellen Sie sich vor: Es gibt Billigprodukte, und keiner kauft sie? Unvorstellbar! Oder? Waltraud und Peter Berger, Bitburg landwirtschaft