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Politik: Genau so, wie man sich das wünscht

Politik : Genau so, wie man sich das wünscht

Zum Artikel „Ministerin aus der Eifel geht, Beförderungsskandal bleibt“ (TV vom 31. Dezember/1. Januar) schreibt Peter Trauden:

Das ist doch schon arg einseitig, wie Florian Schlecht das Fazit zur Amtszeit von Frau Höfken zieht. Ja, es ist skandalös, dass Beamten-Karrieren nach Parteibuch entschieden werden. Aber so zu tun, als gäbe es das nur bei den zur Zeit am Ruder Befindlichen, scheint mir doch etwas naiv. Wer alt genug ist, kann wissen, dass in Zeiten von Altmayer, Kohl, Vogel und Wagner die Ministerien geradezu überschwemmt waren von Parteigenossen der CDU und der FDP. Dabei will ich gar nicht an den Kompetenzen der so protegierten Beamten herumnörgeln, aber eben auch nicht an den jetzigen Inhabern wichtiger Ministeriumsposten.

Warum mir das am Herzen liegt?

Aus eigener Erfahrung als kleiner Ortsbürgermeister habe ich mitbekommen, was es heißt, einen zuverlässigen, kompetenten und vor allem einen Wort haltenden Ansprechpartner in Mainz zu haben. Ob Ministerin, Abteilungsleiter oder Fachreferent – allesamt haben sie sich als fachkundig, entscheidungsfest und jederzeit ansprechbar erwiesen. Also genau so, wie man sich das wünscht.

Wenn ich mir dann diesen Verriss der grünen Landespolitiker anschaue, frage ich mich unwillkürlich, ob es nicht auch andere Kandidaten gäbe, die einen solchen eher verdient hätten. Nur ein Beispiel: Da sitzt bis heute im Bundestag ein Minister in Amt und Würden, den man getrost eine Niete schimpfen könnte. Der ohne Not Verträge abschloss, die den Steuerzahler – ohne jede Gegenleistung – rund eine halbe Milliarde Euro kosten werden. Sein Name ist Andreas Scheuer. Rücktritt? Um Gottes Willen! Solche Totalversager nebst entsprechender Kritik finden sich nicht im Jahresrückblick des TV, schade. Frau Höfken jedenfalls wünsche ich alles Gute im wohlverdienten Ruhestand.

Peter Trauden, Heilbach