Geschichte

Zur Berichterstattung über die Befreiung von Auschwitz vor 70 Jahren:

Vergessen ist menschlich, genauso wie die Fähigkeit, zu erinnern und zu behalten. Als Psychosomatiker, Psychiater und Psychotherapeut versteht man mit seinen Patienten schnell, die über das Vergessen berichten: Vergessen kann erleichtern, vor allem dann, wenn es etwas ist, das emotional belastet. Wir erinnern das, was uns wichtig erscheint und neigen dazu, das zu vergessen, von dem wir denken, dass es unbedeutend, unwichtig ist oder uns belastet. Vergessen und erinnern hat etwas mit den Erfahrungen zu tun, die Menschen auf ihrem Lebensweg machen. Wurden freud- oder leidvolle Erfahrungen selber gemacht, ist es wahrscheinlich, sie zu behalten und zu erinnern. Hier besteht im Hinblick auf den Holocaust für uns alle eine große Gefahr! Diejenigen, die ihn überlebt haben, die über die grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, den Holocaust, berichten können, werden immer weniger. Ihre Stimmen drohen zu verstummen, wenn nachfolgende Generationen sie nicht mehr hören, ihrer nicht mehr gedenken und sie vergessen. Worum geht es, wenn wir des 70. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz gedenken? Es geht um unser Mitgefühl und gemeinsame Trauer für die Opfer. Es geht um unbürokratische Hilfe und Unterstützung für die Überlebenden. Es geht darum, im Gedenken an die Opfer des Holocaust zu begreifen und zu verstehen, dass wir alle in der Verantwortung stehen, uns für Menschlichkeit, Freiheit, Respekt und Toleranz im Miteinander einzusetzen und es im Alltag zu leben. Auschwitz ist in diesem Sinne Mahnmal für uns alle, ein Mahnmal gegen das Vergessen. Dr. med. Michael Rolffs, Daun