Gesellschaft

Zur Berichterstattung über die Vergabe des Friedensnobelpreises (TV vom 8. und 12. Oktober):

Es ist schon erstaunlich, dass ein kolumbianischer Präsident namens Juan Manuel Santos, dessen Friedensplan weitgehend von der Bevölkerung abgelehnt wurde, diesen Preis erhält. Santos hatte nach jahrzehntelangem Konflikt ein Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen geschlossen - endlich! Man darf gespannt sein, ob der seit über 50 Jahren andauernde Bürgerkrieg wirklich auf Eis liegt. Dieser mit circa 830 000 Euro dotierte Friedensnobelpreis wird von der Osloer Jury vergeben. Das Geld wird vermutlich "geparkt", um gegebenenfalls Waffen als Argumente für weitere Friedensverhandlungen zu beschaffen. Eigentlich müsste sich Santos das Geld mit dem Rebellenführer teilen, der ja schließlich auch einen Beitrag dazu leistete. An unserer Kanzlerin ist der Kelch mal wieder vorbeimarschiert. Dabei hätte sie ihn sicher redlich verdient und das Geld sinnvoll eingesetzt. Vielleicht bekommt im nächsten Jahr der neue US-Präsident oder die neue Präsidentin bei Amtsantritt, so wie Obama, diesen Preis, wer weiß? Es ist halt ein Friedensknobelpreis. Stefan Mayer, Trier Anm. d. Red.: Juan Manuel Santos hat die Auszeichnung allen Kolumbianern gewidmet und angekündigt, dass er das Nobel-Preisgeld von rund 830 000 Euro den Opfern des Krieges in seinem Land spenden will.