Gesellschaft

Zum Artikel "Grüne nehmen Großwildjäger ins Visier" (TV vom 21. Oktober):

Die Zahlen und Fakten, die in dem Artikel genannt werden, haben mich fassungslos gemacht. Mir war bis dahin nicht bekannt, dass die drei Affen jetzt auch beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn arbeiten - wie sonst sollte man sich die genehmigte Einfuhr von Trophäen international geschützter Arten überhaupt und dann auch noch in diesem Ausmaß erklären? Wir sprechen hier seit 2005 von mehr als 1600 beantragten Einfuhren, wovon lediglich fünf (!) abgelehnt wurden. Vielleicht hatten die besagten Affen da Urlaub? Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren 1225 Jagdtrophäen streng geschützter Tierarten nach Deutschland völlig "legal" eingeführt; darunter Stoßzähne von Elefanten, Hörner des Spitzmaulnashorns, Trophäen von Leoparden oder Felle und Schädel von Löwen. Das ist nicht zu fassen! Welch verlogene Doppelmoral, wenn einerseits die Wilderei geschützter Arten als Verbrechen geahndet wird und andererseits völlig legal zahlende "Gäste" ihrem dekadenten Zeitvertreib der Trophäenjagd frönen dürfen! Welch ein kleines Würstchen muss man sein, wenn man sich in Siegerpose mit einem erlegten Elefanten, Löwen, Leoparden präsentiert! Welche perfide Glanzleistung, chancenlose Tiere abzuknallen, um ihrer Trophäen habhaft zu werden und sich damit im häuslichen Wohnzimmer zu brüsten! Und dass diese Dekadenz vom Vorsitzenden des Interessenverbandes der Auslandjäger, Hans-Joachim Schick, allen Ernstes "als Freudenfest für die Einheimischen" dargestellt wird, "wenn ein erlegter Elefant auf dem Boden liegt", ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Genau wie die Aussage, dass die legale Trophäenjagd dem Artenschutz diene. Es ist eine Schande, dass dies auch noch politisch in Deutschland mitgetragen und von einem Bundesamt, welches sich den Naturschutz auf die Fahne schreibt, abgesegnet wird! Claudia Heine, Etgert