Gesellschaft

Zum Artikel "Werden Babys nach Gentest einfach aussortiert?" (TV vom 6. Juli):

"Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." So steht es im Grundgesetzt, ein absolut unantastbares Grundrecht und Hauptargument gegen den geplanten Gentest zur Erkennung des sogenannten "Down-Syndroms" an Ungeborenen. Das Grundrecht ist ziemlich neu. Bis 1949 hatte es keinen Vorläufer in der deutschen Verfassungsgeschichte. Es ist eine Reaktion auf die Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit, die auch im medizinischen Bereich unter anderem in Form von Selektion von Erbkrankheiten durch Euthanasie stattgefunden haben. Über dieses Grundrecht kann definitiv nicht diskutiert werden. Denn mit "Jeder" ist wirklich jeder lebende Mensch, auch ein Ungeborener, gemeint. Jeder Versuch, davon Ausnahmen zu machen, wie die geplante vorgeburtliche Untersuchung zur Identifizierung von Ungeborenen mit Down-Syndrom (mit den dann aller Wahrscheinlichkeit nachfolgenden Schwangerschaftsabbrüchen), ist verfassungswidrig. Niemand, der auf unserem Grundrecht steht, tastet dieses Grundrecht an! Dagmar Braunschweig-Pauli M.A., Trier