Gesellschaft

Zum Artikel "Wallstreet-Demos: Jetzt wird\'s persönlich" (TV vom 13. Oktober) und zu den weltweiten Protesten gegen den Kapitalismus:

Der amerikanische Traum, falls es ihn je gegeben hat, ist längst zu einem Albtraum geworden, und es hat lange gedauert, bis das Volk es gemerkt hat. Zumindest hat es diesen Albtraum lange still erduldet. Endlich fängt man an, sich zu wehren gegen soziale Kälte, gegen Massenobdachlosigkeit, steigende Armut und die monströse Ausbeutung durch Banken und Börse. Das ist gut so, auch wenn es nur ein kleiner Anfang ist. Bleibt zu hoffen, dass man nicht nachgibt und dass diese Proteste auch hierzulande deutlich und hörbar werden. Wenn ich bedenke, dass so viele unnötige Dinge den Atlantik überquert haben - Fastfood und Burger, Cola, Drogen und Scientology - wäre es mehr als begrüßenswert, sich einer positiven Sache anzuschließen. Die Profitgier der Reichen und Superreichen ist nämlich global und auch in unserem Land schlimmer als eine Heuschreckenplage. Während auch hier die Banken risikofrei mit Milliarden spekulieren, die bei Verlusten vom Steuerzahler beglichen werden und bei Gewinnen auf den Konten der Millionäre und Milliadäre landen, steigt die Armut in großen Teilen der Bevölkerung. Ständige Meldungen über Kinderarmut, Altersarmut, Privatinsolvenzen und ähnlichen Szenarien sind doch wohl Beleg genug. Das Armutsrisiko in unserer Republik liegt mittlerweile bei etwa 15 Prozent. Trotzdem weigert sich die merkwürdige schwarz-gelbe Regierungskoalition, über Vermögenssteuer und Mindestlohn auch nur nachzudenken! Sie vergeudet stattdessen alle Energie und Milliardenbeträge in die Rettung von defizitären Staaten und Banken und verbreitet monoton und gebetsmühlenartig, dies sei nur zum Besten des Volkes. Es ist höchste Zeit, auch endlich hier dagegen zu protestieren. Menschen statt Profite, endlich mal etwas Positives, das über den Atlantik schwappt und bedenkenlos übernommen werden sollte. Bernd Donner, Konz