Gesellschaft

Zur Berichterstattung über die Absetzung des geplanten Stücks "Die rote Wand" am Trierer Theater diese Meinungen:

Es macht fassungslos, zu lesen, mit welcher Mischung aus Arroganz und Ignoranz die Leitung des Trierer Theaters glaubte, die öffentliche Reaktion auf das tragische Schicksal von Tanja Gräff in Gestalt eines eigens in Auftrag gegebenen Schauspiels aufarbeiten zu können. Wie kann es sein, dass man glaubte, ein Kontakt mit der Mutter lediglich per E-Mail sei ausreichend, sich ihrer Zustimmung zu versichern? Wie unsäglich takt- und einfühlungslos ist es doch, aus der Tatsache, dass darauf keine Reaktion erfolgte, auf ihre Zustimmung zu schließen! Haben es die Verantwortlichen nicht einmal für nötig erachtet, sich im persönlichen Gespräch mit Frau Gräff auszutauschen? Wie peinlich entlarvend ist es doch, wenn Intendant Sibelius sich nun auf die Aussagen seines Schauspieldirektors ausgerechnet im Rahmen einer Pressekonferenz beruft! Ist es nicht seine originäre Aufgabe als verantwortlicher Leiter des Hauses, schon im Vorfeld alle den Spielplan des Hauses betreffenden Belange zu kennen und zu verantworten? Wenn er nun laut Volksfreund von seinem Recht Gebrauch macht, einzugreifen, sei er daran erinnert, dass genau das seine Pflicht gewesen wäre! Hier bleibt nur noch die Frage, nicht ob, sondern wann mit einer öffentlichen Entschuldigung aller Verantwortlichen bei Frau Gräff und ihrer Familie zu rechnen ist. Prof. Dr. Rudolf Terner, Kenn Es ließ mich erschaudern, als ich las, dass "Die rote Wand", der Fall Tanja Gräff, im Theater Trier als aufführungswürdiges Stück dem schrumpfenden Publikum dargeboten werden soll. Auch wenn die Mutter von Tanja Gräff ihr Einverständnis gegeben hätte, wäre es dennoch geschmacklos gewesen. Lächerlich, wie sich Intendant Sibelius zu profilieren versucht, indem er sagt: "Deshalb werde ich von meinem Recht Gebrauch machen, hier einzugreifen …" Was für ein Blödsinn! Dieser Mann ist eine Blamage für Trier. Mich sieht das Theater erst in der nächsten Ära wieder. Dipl.-Ing. Christoph Rother, Trier Das ist ja wohl der Gipfel der Geschmacklosigkeit, auf einen eh traurigen Zug aufzuspringen und ein Theaterstück über das Schicksal von Tanja Gräff zu planen. Wieder mal von Seiten der Theaterleitung peinlich, pietätlos, unverständlich der Mutter und den anderen Angehörigen gegenüber. So bekommt man das Theater auch nicht voll. Im Gegenteil - ein Skandal. Okay, vom Spielplan genommen. Man hätte so ein Hirngespinst gar nicht in Erwägung ziehen dürfen. Heribert Schmitt, Trier