Gesellschaft

Zum Artikel "Land verschärft Raser-Kontrollen und rechnet mit Millionen-Einnahmen" (TV v. 14./15. Jan.) und zu den Leserbriefen unter der Überschrift "Unerträglich" (TV v. 18. Jan.):

Die Aussagen im Leserbrief von Herrn Dr. Hölscher sind in vollem Umfang zu unterstreichen. Lediglich die von ihm angeführten Zahlen der Unfälle mit Verletzten bedürfen einer Erläuterung: Im Jahrbuch 2016, Abschnitt T 5, des Statistischen Landesamtes Bad Ems sind für das Jahr 2015 exakt 14 778 Unfälle mit Personenschaden genannt. 215 davon ereigneten sich wegen "nicht angepasster Geschwindigkeit mit gleichzeitigem Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit". 3784 davon ereigneten sich wegen "nicht angepasster Geschwindigkeit in anderen Fällen". Herr Dr. Hölscher nennt andere Zahlen, aber es kommt auf das Verhältnis an. Da es teilweise mehrere Verletzte bei einem Unfall gab, ergeben sich wiederum andere Zahlen, das Verhältnis ändert sich jedoch nicht. Man kann eine Geschwindigkeitsüberschreitung nur ahnden, wenn es einen vorgeschriebenen Wert gibt, also im Fall der 215 Unfälle. Eine unangepasste Fahrgeschwindigkeit kann an sich nur geahndet werden, wenn es zu einem Unfall kam. Danach bestehen Zweifel, ob Geschwindigkeitsmessungen in dem Maße zu einer Verminderung von Unfällen führen, wie es das Ministerium glauben machen will. Trifft die Überschrift des Artikels ("Land verschärft Raser-Kontrollen und rechnet mit Millionen-Einnahmen") den Kern der Geschichte? Die Geschwindigkeitsüberwachung ist ein erprobtes Mittel, das mit relativ wenig Personal- und Arbeitsaufwand eingesetzt werden kann. Wie man am Beispiel Trier sieht, mit gutem finanziellen Ergebnis. Es wäre interessant zu wissen, ob die Unfallzahlen in Trier zurückgegangen sind. Das könnte man zwar auch in den Veröffentlichungen aus Bad Ems nachvollziehen, aber eine Übernahme in einen Artikel des TV würde es allen Lesern einfacher zugänglich machen. Hier geht es nur um die Unfälle durch zu hohe Geschwindigkeit. Was ist aber mit den über 10 000 anderen Unfällen mit Personenschaden? Von einer Bekämpfung dieser Ursachen liest man sehr wenig. Noch eine Anregung: Wenn von offizieller Stelle Zahlen und Gründe genannt werden, wie hier die Hauptunfallursache Geschwindigkeit, halte ich es für keine schlechte Idee, seitens der Medien einfach mal in die jedem zugänglichen Statistiken zu sehen, statt einfach das zu schreiben, was die Behörden mitteilen. Manche Aussage würde sich dann einfach widerlegen lassen. Reinhard Smirr, Pellingen Man muss Herrn Dr. Hölscher gehörig widersprechen, wenn er glaubt, die AfD als Partei und ihren Landesvorsitzenden Uwe Junge im Besonderen angreifen zu müssen. Es ist natürlich kompletter Unsinn, den Eindruck zu erwecken, dass die AfD jede Geschwindigkeitskontrolle als Abzocke bezeichnet. Herr Junge wird mit Sicherheit nicht eingeladen, um über dieses Thema zu diskutieren. Er kann auch mit Angehörigen sprechen, die einen Menschen durch einen Unfall verloren haben. Das hat mit dem Thema nichts zu tun. Dieses Moralisieren ist nur Hetze gegen die AfD auf perfide Weise. 90 Prozent der Autofahrer verhalten sich regelkonform. Wirkliche Raser gibt es wenig. Was nicht mitgeteilt wird: Die Zahl der Unfälle im Stadtgebiet Trier ist nach meinen Informationen leicht gestiegen. Somit ist die Verkehrssicherheit, die ja bezweckt werden soll, eindeutig verfehlt worden. Die ganzen Überschreitungen im Bagatellbereich von bis zu zehn km/h sind eben reine Abzocke. Joachim Walter, Trier Der Straßenverkehr nimmt immer mehr zu, es gibt immer wieder schreckliche Unfälle. Da ist es schon an der Zeit, Blitzgeräte aufzustellen, um die Raser zu kontrollieren. Nur sollten die Verantwortlichen nicht so viel von den Millionen-Einnahmen reden, sonst kommt der Eindruck auf, dass es dem Land um blitzschnelle Geldeintreiber geht. Und dass sich manche über mehr Rasen freuen. Die Blitzgeräte sind wichtig, aber man darf es damit nicht übertreiben. Allein dass es sie gibt, sollte schon eine Warnung für Raser sein. Hermann Josef Haag, Trier