Gesellschaft

Zu "Mensch … Kai Ming Au!" (TV vom22. Juni):

Meinung

Weltoffen und tolerant
Da befürchtet werden muss, dass Herr Lintz zwischen den verschiedenen Verbindungen nicht sehr differenziert, sei klargestellt: Die mitgliederstärksten farbentragende Verbindungen sind Corps, die im Kösener und im Weinheimer Verband zusammengeschlossen sind. In einer gemeinsamen Presseerklärung haben diese sich unter der Überschrift: "Corps bleiben weltoffen und tolerant" geäußert. Eindeutig wird hier festgestellt, dass die Kösener und Weinheimer Corps sich von ethnischen Fragestellungen distanzieren und ihren Erfolgskurs von Weltoffenheit und Toleranz beibehalten. Auch der Dachverband der Landsmannschaften und Turnerschaften in Deutschland und Österreich distanziert sich von einer solchen Ideologie. Der oberste Lebenszweck all dieser Verbindungen ist es, seine Angehörigen zu mutigen, charakterfesten Persönlichkeiten in geistiger Freiheit zu erziehen und in aufrichtiger Freundschaft auf Lebenszeit zu verbinden. Dies gilt auch für das Corps Marchia Brünn zu Trier. In diesem und dem Corps Transrhenania München, beiden gehöre ich als Alter Herr an, ist es selbstverständlich, dass auch Aktive oder Alte Herren aus Österreich, Bulgarien, Iran, Irak, Schweden und der Schweiz zuhause sind. In Verbindungen wird auch gefeiert. In den nächsten Wochen stehen drei Promotionsfeiern an. Allerdings kann da von "planvollem und sinnlosem Saufen" keine Rede sein. Die Bestimmungsmensur, bei der meist nichts passiert, dient diesem Erziehungsideal. Ich habe noch keinen Absolventen einer Mensur gesehen, der "Bäckchen wie Hackepeter" hatte. Ich möchte mit einem Zitat enden, das Ludwig Thoma zugeschrieben wird: Die Schmisse trägt man im Gesicht, denn am Hintern sieht man\'s nicht. Fazit: Es gibt gute Gründe für nette, intelligente junge Studenten an der Universität Trier, sich um die Mitgliedschaft im Corps Marchia Brünn zu Trier zu bewerben. Wolf Englert, Bernkastel-Kues