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Zum Artikel "Der tödliche Überfluss" (TV vom 15. September):

Das Thema "Lebensmittelverschwendung" ist in den Fokus der öffentlichen Diskussion geraten. Wir alle ertappen uns beim Einkaufen dabei, doch lieber etwas mehr als etwas zu wenig mitzunehmen. So ist von vorneherein ein gewisser Verlust schon beim Einkauf miteinkalkuliert. Das war nicht immer so, oder hatte zumindest noch nie ein derartiges Ausmaß wie in unserer heutigen Gesellschaft. Das Angebot in unseren Supermärkten ist schier unerschöpflich, Lebensmittel aus aller Herren Länder sind im Überfluss und zu jeder Zeit vorhanden. Brauchen wir das alles wirklich? Ist es Lebensqualität, zu jeder Jahreszeit Erdbeeren kaufen zu können? Ich meine nein. Für mich ist Lebensqualität, dass ich mich auf die Erdbeerzeit und auf die eigenen Erdbeeren aus unserem Garten freue. Ich brauche nicht 20 verschiedene Tomatensorten aus zehn verschiedenen Ländern. Unsere eigenen Tomaten schmecken mir zehnmal besser. Überdies haben wir gerade mal 30 Meter Transportweg für unsere Lebensmittel aus dem Garten. Nun haben nur noch die wenigsten einen eigenen Garten. Haben wir da Alternativen? Eine Alternative ist der Einkauf von frischen Lebensmitteln im Dorfladen. Hier kann man täglich genau das einkaufen, was man benötigt. Das Gespräch mit den Leuten von nebenan ist dabei auch noch gratis. Fahrtkosten und wertvolle Zeit werden gespart, und wir konnten sogar eine Gefriertruhe mittlerweile abschalten. So rechnet es sich dann auch, vor Ort einzukaufen. Überdies sichern wir damit eine wichtige Einrichtung in unseren Dörfern, nicht nur für die älteren Mitbürger. Wir haben nahezu keine Abfälle, weil wir genau nur so viel einkaufen, wie wir brauchen. Wir haben ja auch jeden Tag die Möglichkeit, wenn etwas fehlt, nachzuordern. Das ist für mich Lebensqualität auf dem Dorf und darüber hinaus ein wirksames Mittel, wertvolle Lebensmittel nicht zu verschwenden. Alois Meyer, Klausen