Gesellschaft

Zur Berichterstattung und zu Leserbriefen über die Flüchtlingskrise diese Meinungen:

Es ist ein Thema, das die Medien seit Monaten beherrscht. Asylbegehrende, die in Deutschland Zuflucht vor den grauenhaften Kriegen in ihren Herkunftsstaaten suchen. Kaum eine andere Thematik wird so kontrovers diskutiert und spaltet die gesellschaftliche Meinung derart. Dabei werden leider vor allem die Stimmen derjenigen immer lauter, die sich gegen die Flüchtenden richten. Doch man sollte auch auf die positiven Erfahrungen hinweisen und diese kundtun. Was sich vergangene Woche am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr in Trier rund um den Hauptbahnhof ereignet hat, ist an Ehrlichkeit kaum zu übertreffen: Zwei Asylbewerber aus der Dasbachstraße finden mein Smartphone inklusive Smartphone-Tasche, zögern nicht lange und geben es direkt bei der Polizei ab. So landet schließlich das wertvolle Smartphone eine Stunde später wieder bei mir! Vielen Dank! Theresa Frey, Trier Es treibt mir die Haare zu Berge, wenn ich im Leserbrief von Herrn Lamberti ("Und keine Sau regt sich darüber auf - oder etwa doch?!", TV vom 6./7. Februar) lese, dass er es zwar grausam findet, auf Kinder zu schießen, aber was soll man machen ...? Hier wird versucht, die widerlichen Ideen von Beatrix von Storch unter dem Deckmantel "Notwehr" durch die Hintertür hoffähig zu machen. Ich finde es erschreckend, wie schnell in einem der reichsten Länder der Welt, in dem es sicher keinem auch nur annähernd so schlecht geht wie den Menschen in den Krisengebieten der Welt, die elementaren Fundamente des Humanismus ins Wanken geraten. Das lässt ahnen, wie es in Deutschland vor 80 Jahren gelaufen ist. Was passiert wohl, wenn es finanziell wirklich im Staat mal eng wird? Was die meisten Flüchtlinge antreibt, ist schon im Gedicht "Die Wanderratten" von Heinrich Heine im Grundsatz beschrieben und nachzulesen, diese Beweggründe für Migration werden sich auch sicher nie grundlegend ändern. Wir alle haben Glück, in einer historisch einzigartigen Friedensphase in Europa zu leben. Bei allen Problemen, die es hier gibt, halte ich eine gewisse Demut in der aktuellen politischen Situation für angemessen. Ob es in islamischen Staaten üblich, also an der Tagesordnung ist, dass Kinder mit Sprengstoffgürteln herumlaufen, weiß ich nicht, ich glaube es aber auch nicht. Ganz sicher glaube ich, dass die Flüchtlingskinder viel lieber in ihrer Heimat Fußball spielen würden, als sich in Deutschland solchen Anfeindungen gegenüberzusehen. Günter Grimbach, Wawern Warum hört oder liest man nie etwas dazu: Die Binnengrenzen zu schützen ist nationale Aufgabe - deren Offenbleiben ist durch das Schengen-Abkommen geregelt; Voraussetzung dafür ist der Schutz der Außengrenzen der gesamten Europäischen Union - also eine EU-Aufgabe. Daraus folgt zwingend, dass eine übernationale Zusammenstellung von Grenzschutz-Beamten diese Aufgabe übernimmt; denn an der Außengrenze (Griechenland, Türkei und andere) wird ja der gesamte Schengen-Raum geschützt - also auch Deutschland, Frankreich, Holland ... Schutz nicht im Sinne von Abwehr, sondern im Sinne von Filterung nach "berechtigt, schutzwürdig, ungefährlich - kurz: nach Genfer Flüchtlingskonvention. Warum also wird das nicht diskutiert und propagiert? Frontex ist keine wirksame Kraft. Warum nimmt man nicht Kreuzfahrtschiffe oder Fähren als exterritorialen Platz zum Sortieren? Und warum hat Deutschland noch kein Einwanderungsgesetz - dann könnte man abweisen und auf legale Möglichkeiten hinweisen, die aber dann besser zu steuern sind (Greencard und Ähnliches). Viele Fragen, auf die uns sämtliche Parteien keine Antwort geben (schon gar nicht die AfD). Michael Fuchs, Trier