Gesellschaft

Zum Artikel "Immer mehr Single-Haushalte: Druck auf Wohnungsmarkt steigt" (TV vom 23./24. Juni):

In diesem Artikel und im Artikel "Einblicke ins Single-Leben" haben mich zwei Sätze betroffen gemacht: "Und wer kümmert sich um die alleinstehenden Alten?" und "Schwierig wird es für viele erst im Alter. Und das könnte angesichts ihrer steigenden Zahl auch zu einem gesellschaftlichen Problem werden." In Trier fühlten sich die Alten seit langem allein gelassen, wenn es um die Vertretung ihrer Belange vor Stadtverwaltung und Stadtratsfraktionen ging. Ein erster Lichtblick kam nun mit dem eindrucksvollen Start des Behindertenbeirates, dessen Schwerpunktprogramm viele Themen umfasst, die gerade auf die ältere Generation zutreffen. Ein weiterer Lichtblick, den die Senioren freudig zur Kenntnis genommen haben, ist der Antrag auf "Gründung eines Seniorenbeirates in der Stadt Trier" mit dem Auftrag an die Stadt, bis zum August 2012 einen Seniorenbeirat einzurichten. Der Antrag wurde leider nicht angenommen, sondern an den Sozialausschuss verwiesen. Auch wenn eine Anhörung und Gespräche stattgefunden haben, ist das Ziel August 2012 inzwischen nur noch eine Vision. Was beim Jugendparlament, dem Behindertenbeirat usw. ohne zeitlichen Verzug sofort verwirklicht werden konnte, scheint beim Seniorenbeirat unmöglich zu sein. Man sollte sich verinnerlichen, dass die Alten die größte und stark wachsende Bevölkerungsgruppe sind, ohne deren Stimmen keine Wahl gewonnen werden kann. Es wird doch nicht zutreffen, was der Kanzleramtsminister Pofalla zur Transaktionssteuer gesagt hat: Man könne der Opposition ruhig entgegenkommen, die werde es in dieser Wahlperiode sowieso nicht geben. Dort hat man sich inzwischen zwangsweise anders besonnen. Das sollte auch für den kommunalen Seniorenbeirat in Trier gelten. Hierbei sollte man sich bewusst sein, je länger die Einrichtung verzögert wird, kann sie für viele Betroffene zu spät kommen. Kann man so etwas politisch und menschlich verantworten? Es ist nur zu hoffen, dass keine personellen Hintergründe dahinterstehen. Es kann nur ein Appell der älteren Mitbürger sein, ihnen ohne Wenn und Aber zu ihrem verbrieften Recht zu verhelfen: einen wirkungsvollen und sachkundigen Beirat. Helmut Deininger, Trier