Gesellschaft

Zum Artikel "Standesämter melden sprunghaften Anstieg von Kirchenaustritten" (TV vom 16. April) diese Meinungen:

Es gibt viele Gründe, der katholischen Kirche den Rücken zu kehren: Missbrauch, Limburg, Zölibat und so weiter, die Liste ist sehr lang. Als Katholik müsste man ja sagen: Eure Sünden sind euch vergeben. Die Gläubigen sorgen sich um ihre Seelsorger. Der Anspruch eines allein selig machenden Männerklubs reicht aus, um das Kirchenportal zu verlassen. Da wird die Ehe als Sakrament verkündet, was die Kirchenmänner aber selbst nicht in Anspruch nehmen. Wer soll so etwas verstehen? Uns wird im Trierer Dom das Gewand Jesus\' präsentiert, seht her, wie einfach und ohne Klimbim er gelebt hat, und selbst kleidet sich die Männerriege in Gold, Samt und Seide. Mit Mitra und Tiara, damit sie möglichst hoch hinaus über den Köpfen der Schäfchen triumphiert. Als Nachfolger von Jesus, behaupten diese Männer. Wer soll so etwas verstehen? Die Menschen wollen gar nicht aus der Kirche austreten, aber sie müssen, weil man diesem Irrsinn nicht mehr folgen kann. Der Mensch braucht eine Orientierung, einen Halt, eine Stütze, aber wo ist die Alternative? Ihr alten, betonköpfigen, unbelehrbaren Männer, ihr habt kläglich versagt! In Zukunft sorge ich für meine Seele selbst, das funktioniert wunderbar, Direktverbindung nennt man das, oder auch online. Auf diesem Wege kann ich mich sehr gut mit meinem "alten Herrn" im Universum unterhalten. Und manchmal auch streiten. Hans Simon, Kordel Sicher ist der Skandal um Tebartz-van Elst ein Grund, sich von der Kirche abzuwenden, aber es gibt noch viele weitere Gründe. Ich möchte nur zwei nennen: Seit einiger Zeit erhalten alle Bankkunden die Mitteilung, dass, wenn sie einer Religionsgemeinschaft angehören, ab 1. Januar 2015 automatisch auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge (zum Beispiel Zinsen) Kirchensteuer einbehalten und an die steuererhebenden Religionsgemeinschaften abgeführt wird. Ist im Falle einer gemeinsamen Steuererklärung eines Ehepaares nur ein Partner Mitglied einer Religionsgemeinschaft, wird nicht nur die Kirchensteuer an dessen Einkommenssteuer bemessen, sondern an dem gesamten Steuerbetrag. Diese "Maßstabsteuer" wird zur Berechnung der zu zahlenden Kirchensteuer herangezogen. Für mich ist dies ein eindeutiger Eingriff in die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen und hat sicher weitere Austritte aus der Kirche zur Folge. Claudia Jaskowski, Mertesdorf