Gesellschaft

Zur Berichterstattung über die Flüchtlingskrise, insbesondere über die Rolle der Türkei:

Die Europäische Union, die sonst so gerne von Menschenrechten redet, hofiert den Möchtegern-Diktator Erdogan, damit die Türkei Flüchtlinge festhält oder gar nicht erst ins Land lässt. An der Massenflucht aus Afrika und dem Nahen Osten vor Elend und Bürgerkrieg wird das natürlich nichts ändern, nur werden die Flüchtlinge dann zunehmend den gefährlichen Weg quer übers Mittelmeer riskieren müssen. Und um die Lage der Flüchtlinge in der Türkei zu verbessern, müsste man weder dem korrupten und zunehmend diktatorischen Erdogan-Regime einen Cent zahlen noch ihm Zugeständnisse etwa in Form eines beschleunigten Beitrittsprozesses machen. Besser sollte man zum Beispiel das Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen finanziell unterstützen. Das antidemokratische Erdogan-Regime verletzt grundlegende Menschenrechte wie die Freiheit der Meinungsäußerung, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit, es inhaftiert oder ermordet Oppositionelle, es fällt dem Kampf gegen den massenmörderischen IS durch Angriffe auf die kurdischen YPG-Milizen in den Rücken, es lässt IS-Terroristen über die Grenze nach Syrien, es unterstützt den IS sogar mit Waffen und durch den Import geschmuggelten Erdöls und von Raubkunst, und auch der Menschenhandel des IS wird über die Türkei abgewickelt. Ein solches Regime verdient keinerlei Unterstützung und hat in der EU nichts zu suchen, will diese ihre eigenen Ansprüche auf Menschenrechte und Demokratie nicht vollends über Bord werfen. Beim Kampf gegen den IS sollte man auf einen solch zweifelhaften Verbündeten besser verzichten und stattdessen nicht nur Barzanis Peschmerga im Nordirak, sondern auch die YPG in Nordsyrien unterstützen, die die Hauptlast im Kampf gegen den IS tragen und trotz schlechter Ausrüstung und türkischer Luftangriffe die größten Erfolge gegen die islamfaschistischen Mörderbanden vorweisen. Robert Seidenath, Gusterath