Gesellschaft

Zur Berichterstattung über die Flüchtlingskrise:

Wir wollen das neueste Auto mit allem Schnickschnack, die trendigste Jeans (am besten slim fit) oder die Bio-Banane aus Fair Trade. Wir sind links, Mitte und rechts. Patriot und Sozialist. Wir reden über Gender Mainstream und Refugees. Multikulti oder lieber Deutsch? Fragen, die uns momentan bewegen. Wahrheit oder Lüge? Schweigen oder Stimme erheben? Angst vor Flüchtlingen, Vorurteile. Rechte zünden Flüchtlingsheime an, verletzen Menschen, sie werden zu Terroristen. Was ist mit unserer Geschichte? - Hitler, Nazis und Faschisten. BRD und DDR. Waren auch mal Flüchtende vor Krieg, Hunger und Verzweiflung. Auschwitz oder Bergen-Belsen, die KZs zeigten uns die Schande. Von Diktatur bis ethnische Säuberung. Mütter, Kinder, Väter tot. Vergast, beraubt, ermordet wegen ihres Glaubens oder politischer Einstellung. Muslim, Jude oder Christ. Haben wir gelernt aus der Geschichte? Sind wir tolerant und bunt? Oder konservativ und ein Patriot? Oder doch ein Egoist oder gar ein Rassist? Europa, ein Kontinent, wo Mauern fallen, statt wieder aufgebaut zu werden. Deutschland, ein Land mit Multikulti. Zu viel Vaterland, zu viel Patriot und zu viel Abendland. Zu wenig Menschlichkeit. Sie wurden vertrieben von Ideologen. Sie kommen aus Syrien, aus dem Irak, aus Libyen oder Darfur. Kommen auf herrenlosen Booten und versuchen, ihr Leben zu retten. Hunderte verdursten oder ertrinken elendig und werden vor unseren Urlaubshochburgen an Land gespült, gescheitert vor der Festung Europa. Auf der Suche nach Sicherheit und Frieden werden sie als "Asylschmarotzer", "Terroristen", "Vergewaltiger" oder "Dreck" beschimpft. Öffnet eure Grenzen nicht nur außen, auch innen. Herz statt Hetze. Integrieren statt isolieren. Liebe statt Hass. Toleranz statt Selbstgefälligkeit. Maximilian Herzog, Minheim