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Verkehr: Gestank und Lärm

Verkehr : Gestank und Lärm

Zur Berichterstattung über das diskutierte Sonntagsfahrverbot für Motorräder schreibt Eleonore Roth:

Fast jeden Montag lesen wir in der Zeitung von den Unfällen der Motorradfahrer am Wochenende, von Toten und Verletzten. Die Grenzen sind wieder offen, und so sind sie alle wieder in der Region unterwegs, die Motorradfahrer aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, sonntags so 40 bis 50 in der Stunde, gezählt in Reil an der Mosel, Stickoxidschleudern, Kolonnenfahrer in der Mitte der schmalen Kreisstraße durch das Dorf, Parken auf Grundstücken und Gehwegen, wenn der „Kolonnenführer“ nicht mehr weiter weiß, bei laufendem Motor.

Diese Spazierfahrer rasen gerne in Deutschland bei unbeschränkter und kostenloser Fahrt über die Autobahnen, gilt doch in den Niederlanden auf deren Autobahnen seit März tagsüber eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern; die Bußgelder bei Überschreitung sind hoch (30 Stundenkilometer drüber kosten 300 Euro). In Belgien sind 120 Stundenkilometer die Höchstgrenze, die Gebühren bei Verstößen ähnlich hoch. In Deutschland gilt dagegen immer noch „freie Fahrt für freie Bürger“, die Strafen für die Überschreitung der Geschwindigkeitsgrenzen werden gerade wieder nach unten korrigiert.

Die Gemeinden und das Land Rheinland-Pfalz haben etliche Steuer-Millionen in die Förderung eines Wegenetzes für Wanderer und Radfahrer investiert. Diese Touristen sind willkommen, sie übernachten hier, besuchen die Gaststätten, trinken Wein und nehmen noch ein paar Flaschen mit. Aber bleiben uns diese Gäste erhalten, wenn unsere Dörfer derartig mit Gestank und Lärm überzogen werden?

Ein Sonntagsfahrverbot für Motorräder wäre ein Anfang und ist dringend erforderlich, wenn wir unsere schöne Natur und Landschaft an Mosel, Eifel und Hunsrück bewahren wollen.

Eleonore Roth, Reil