GESUNDHEIT

Zu den Artikeln "Pille danach bald ohne Rezept: Frauenärzte in der Region skeptisch" und "Noch einige ungeklärte Fragen" (TV vom 24./25. Januar):

In meinen Augen ist es bedauerlich, dass Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe der EU-Vorgabe so beflissen Folge leistet und die "Pille danach" rezeptfrei machen will. Bisher forderte er, wie auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, aus gutem Grund standhaft, die Rezeptpflicht beizubehalten. Gebunden ist er nicht an die Vorgabe der EU-Kommission, da die Zulassung eines Medikamentes in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt. Warum soll die "Pille danach" rezeptpflichtig bleiben? 1. Weil es sich um ein hochkonzentriertes Hormonpräparat handelt, dessen mögliche Nebenwirkungen, unter anderem bezüglich des Hormonhaushaltes der Frau, fachgerecht abzuklären sind. 2. Weil der Gynäkologe in der Praxis durch Erhebung der Vorgeschichte (Zyklusanamnese) und eventuell Ultraschall sicher feststellen kann, dass keine Notwendigkeit zur Einnahme der Pille besteht. 3. Weil bei zu später Einnahme des Präparates die Wirkung auf die befruchtete Eizelle, die sich nach der Wanderung durch den Eileiter in der Gebärmutter einnisten will, konträr beurteilt wird. Vor allem bei der Pille "Ella One", die als Progesteron-Rezeptor-Modulator bezeichnet wird (siehe Online-Enzyklopädie Wikipedia), wird eine Hemmung der Einnistung (Nidationshemmung) diskutiert. Dr. Wilhelm Theisen, Trier

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