Gesundheit

Zum Artikel "Leitungswasser meist besser und günstiger als stilles Mineralwasser" (TV vom 29. Juni):

Der Artikel ist aus ernährungsmedizinischer, sportmedizinischer und insbesondere aus osteologischer Sicht gerade in unserer Trierer Region gesundheitlich als bedenklich einzustufen. Gerade ein elektrolytreiches Mineralwasser vermag Mineralstoffdefizite in unserem Körper auszugleichen. Dies geschieht dazu noch kalorienfrei. Als Ernährungsmediziner der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die DGE einräumt, dass geeignete Mineralwasser (mind. 150 mg Kalzium pro Liter) beispielsweise bei Sportlern oder Osteoporoseerkrankten zur Mineralstoffversorgung beitragen und ein eventuell vorhandenes Defizit ausgleichen. Der Dachverband Osteologie (DVO) zur Osteoporose und Frakturprophylaxe empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 1000 mg Kalzium. Wenn dies mit der Nahrung nicht erreicht wird, sollte eine Supplementierung durchgeführt werden. Eine tägliche Gesamtzufuhr von 1500 mg sollte jedoch nicht überschritten werden. Hierbei empfiehlt der Koordinator der DVO-Leitlinie unter anderem einen Liter kalziumreiches Mineralwasser (200 - 500 mg). Ebenso wird vom Kuratorium Knochengesundheit e.V., der ältesten gemeinnützigen patientenorientierten Organisation im Kampf gegen Osteoporose, kalziumreiches Mineralwasser (ca. 300 mg pro Liter) empfohlen. Milch und Milchprodukte liefern reichlich Kalzium. Ist der Verzehr dieser Produkte eingeschränkt, beispielsweise bei Laktoseintoleranz oder bei Ablehnung von Milch oder Milchprodukten, muss umso mehr auf eine ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden. Ein basenreiches Mineralwasser mit einem Hydrogenkarbonat HCO{-3}- über 1500 mg/Liter kann zudem einer Übersäuerung entgegenwirken und zu einer Stabilisierung des Kalziumhaushaltes beitragen. Leitungswasser in unserer Trie rer Region, qualitativ unbestritten gut, enthält weniger als 40 mg/Liter und kann somit nur unzureichend helfen, den erforderlichen Tagesbedarf von 1000 Milligramm Kalzium zu decken, der gerade von älteren Frauen und Männern oft nicht erreicht wird. Gerade bei dieser von Osteoporose gefährdeten Altersgruppe (7,8 Millionen an Osteoporose Erkrankte gibt es bereits in Deutschland) sehe ich als Leiter des ambulanten osteologischen Schwerpunktzentrums Trier eine große Gefahr in der Kalziumversorgung und empfehle daher ein mineralstoffreiches Mineralwasser dem Leitungswasser vorzuziehen. Dr. med. Peter Krapf, Trier