Gesundheit

Zum Artikel "Kinderärzte verteidigen Verschreibung von Ritalin" (TV vom 23. März):

Bei ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktiv-Syndrom) stellt sich mir immer die Frage: Wer bekommt hier zu wenig Aufmerksamkeit und muss das mit Hyperaktivität ausgleichen? Es ist das Kind! Ein Kind will immer die Aufmerksamkeit seiner Eltern haben. Diese Aufmerksamkeit beruht aber auf Achtsamkeit und Respekt und kommt aus dem Herzen und nicht aus dem Geldbeutel. Als Erwachsener sollte ich gelernt haben, meinem Gegenüber mit Liebe und Respekt zu begegnen. Wer sich die Symptome des ADHS anschaut, wird bemerken, dass die Auffälligkeiten schon im Kleinkindalter beginnen: lang andauernde Schreiphasen, motorische Unruhe, Ess- und Schlafprobleme und Ablehnung von Körperkontakt. In Studien zeigte sich, dass Kinder mit anhaltenden Schrei-, Schlaf- oder Essensproblemen im ersten Lebensjahr ein deutlich erhöhtes Risiko hatten für spätere Verhaltensstörungen. Die Studienautoren schließen aus ihrer Analyse, dass vorbeugende Maßnahmen und rasche Hilfe für Eltern und Kind nötig seien. Und hier sollte der Ansatz liegen: Schwangerschaft und Geburt. Was haben Mutter und Kind in dieser Zeit erlebt? Ein Kind kommt nicht als ungeschriebenes Blatt zur Welt. Es lernt die Welt durch die Augen der Mutter kennen, und im Mutterleib beginnen die ersten Prägungen. Die Geburt ist die erste Prüfung in unserem Leben. Wie gehen Mutter und Kind diese Geburt an? Legt sich ein Kind quer und zeigt mit der Steißlage schon im Mutterleib an, dass es seinen eigenen Kopf hat, oder zeigt die Mutter z. B. mit einem geplanten Kaiserschnitt: Du machst, was ich will. Auch können Medikamente während der Geburt zu Irritationen beim Kind führen. Hier knüpft sich der rote Faden, der sich dann durchs Leben zieht. Bei ADHS sollten auch die Ernährung, vor allem die Mikronährstoffversorgung und die meist mangelhafte Bewegung, mit in Betracht gezogen werden. Mikronährstoffe erhält der Körper durch vollreifes Obst, Gemüse und Beeren und sind zwingend notwendig, dass unsere Zellen voll funktionsfähig sind. Mangelnde Bewegung führt leicht zu Lethargie, Ängsten, Depressionen und Burnout. Kinder sollten von Anfang an auf allen Ebenen ihres Seins (Körper, Geist, Seele) mit Achtsamkeit, Respekt, vollreifem Obst, Gemüse und Beeren und ausreichender Bewegung in ihrer Gesundheit unterstützt werden. Denn wir alle haben nur eine Gesundheit, und diese gilt es zu erhalten. Der Arzt kann nur noch reparieren. Neben der Schulmedizin gibt es noch eine Reihe von Möglichkeiten, Eltern und Kindern mit ADHS zu helfen. Beate Schuster, Gutweiler