Gesundheit

Zum Text "Ein Streik, für den es ein Zeugnis gibt" (TV vom 14. Sept.):

Ich frage mich, wie Herr Bocke mühl dazu kommt, sich anzumaßen, die Qualität unserer ärztlichen Fortbildungen zu beurteilen? Dass er dies tut und auch die Tatsache, dass er unsere Honorarforderungen als "völlig überzogen" bezeichnet, zeigt die Arroganz, mit welcher die Krankenkassenvertreter keine Gelegenheit auslassen, uns Vertragsärzte als inkompetent und geldgierig zu diffamieren. Diese Einstellung ist der Grund, warum sich in den letzten Jahren das Verhältnis von Ärzten und Krankenkassen zunehmend von Vertragspartnern hin zu Widersachern entwickelt hat und sich die Krankenkassen dabei immer mehr der gemeinsamen Verantwortung für die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung entzogen haben. Die von Herrn Bockemühl angeführte Honorarsteigerung von 17 Prozent seit 2008 erklärt sich wie folgt: Es gab eine Honorarsteigerung im Jahr 2009 als Ausgleich für jahrelange Honorarsteigerungen, die nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen haben. In diesem Honorar im Jahr 2009 waren sogar neue Leistungen enthalten (Hautkrebs-Vorsorge). Sämtliche weiteren Honorarsteigerungen haben ausschließlich einen erhöhten Behandlungsbedarf ausgeglichen und konnten nur durch Mehrarbeit abgerufen werden. Die Preise für die einzelnen Leistungen sind seit 2009 nicht gestiegen! Die Inflationsrate betrug in diesen Jahren aufsummiert 6,96 Prozent, so bleibt von den geforderten elf Prozent nur noch eine Honorarsteigerung von vier Prozent übrig für einen Zeitraum von vier Jahren. Über eine solche Lohnerhöhung würde ein gesetzlich Versicherter nur lachen, Herr Bockemühl! Dr. med. Walter Gradel, Trier-Ehrang, Vorsitzender Vertragsärztl. Vereinigung Trier e.V., Stellv. Vorsitzender Medi Südwest e.V.