Gesundheit

Zum Artikel "Apotheker wollen Geld für Beratung" (TV vom 26. September):

Mit einer Regelmäßigkeit wie die vier Jahreszeiten kommen aus dem Gesundheitswesen Forderungen, diesmal von den Apotheken, für Bezahlung von Beratungsleistungen, aber bitte nicht direkt von den Kunden. So etwas nennt man eine Mogelpackung! Man will mehr Geld, aber den Kunden vor Ort nicht verärgern und schlägt den einfachen Weg vor: Zahlung durch die Krankenkassen. Das bisher in den Medien aufgebaute Leitbild "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker" soll jetzt mit Beratungsleistungen zu Geld gemacht werden. Dies ist meiner Meinung nach unanständig und nicht hinnehmbar. Theo Hasse als Vorsitzender des Landesapothekerverbandes sollte wissen, dass jeder Arzt beim Patientenbesuch eine Beratungsleistung abrechnet. Die Leistung besteht auch darin, den Patienten über die von ihm verordneten Medikamente und aktuelle Medikamenteneinnahme auf Verträglichkeit zu beraten beziehungsweise darauf hinzuweisen. Wenn jetzt der Landesapothekerverband die Meinung vertritt, er wolle für eine Doppelberatung Geld haben, ist das eine Abzocke, die nicht gerechtfertigt ist und letztendlich zulasten der Beitragszahler geht. Sollten Apotheken durch Umsatzrückgang nicht mehr rentabel wirtschaften können, gibt es unter anderem den Weg, die Beraterleistung, die schon in der Werbung angesprochen wird, täglich dem Kunden anzubieten und ihn zu überzeugen. So kann man Vertrauen gewinnen, Kunden halten und neue Kunden gewinnen. Auch die Apotheker wissen, dass der Trend zu Bestellungen bei Versandapotheken im Internet nicht aufzuhalten ist. Wer sich auf diese Weise mit Medikamenten versorgt, verzichtet auf eine doppelte Beratung! Der Vorschlag der Apotheken kommt einem vor wie "Die sauren Drops für die Krankenkasse", "Die süßen Drops für die Apotheker". Für die Apotheken sollte und muss auch das Gesetz des Marktes gelten. Wenn eine Apotheke nicht existieren kann, ist es nicht Aufgabe der Krankenkasse, die Apotheke über nicht gerechtfertigte Finanzleistungen am Leben zu erhalten. Konrad Theis, Trier