Gesundheit

Zu den Artikeln "Minister fordert nach Trierer Urteilen neue Regeln für Schmuddelbetriebe" und "Ampel statt Internetpranger" (TV v. 28. Jan.):

Gedankt sei dem TV und seinem Redakteur Bernd Wientjes, dass die absolut wichtige Diskussion zum Verbraucherschutz im Rahmen der Lebensmittelsicherheit so ausführlich dargelegt wurde. Dem rheinland-pfälzischen Verbraucherminister Jochen Hartloff wünsche ich viel Unterstützung, auch vonseiten der Verbraucher, wenn er sich für mehr Transparenz bei der Einhaltung der Hygienestandards in Lebensmittelherstellungsbetrieben einsetzt. Schwer genug ist es für die wenigen Lebensmittelkontrolleure (3) beim Ordnungsamt Trier, über 900 Betriebe aus der Branche "Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln" zu besuchen, darunter Restaurants, Cafés, Eisdielen, Imbissstuben oder Bäckereien. Das Verwaltungsgericht Trier hat dem Einspruch der beanstandeten Trierer Restaurant- und Geschäftsbetriebe stattgegeben und die Internet-Veröffentlichung der Adressen verboten. Vonseiten der Lebensmittelüberwachung seien zwar erhebliche Hygienemängel festgestellt, jedoch keine verdorbenen Lebensmittel bei der Kontrolle gefunden worden. Diese juristische Auslegung des Gesetzestextes nach § 40 im Lebensmittel- und Futtergesetzbuch (LFGB) "Information der Öffentlichkeit" kann ein gesundheitsorientierter Mensch nur schwer nachvollziehen. Nur mit viel Aufwand wird in der Schmuddelküche direkt ein als verdorben festgestelltes Lebensmittel gefunden! Ekelerregende Zustände bei der Zubereitung von Lebensmitteln verderben nicht nur den Appetit, sondern sind häufig die Ursache von Magen- und Darmerkrankungen und anderen gesundheitlichen Risiken. Verbraucherfreundlicher zeigt sich Bayern. Jedermann kann auf der Internetseite des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter "Liste der Lebensmittelinformationen", beispielsweise bei der Stadt Nürnberg, die nach § 40 (1a) festgestellten Verstöße gegen das Lebens- und Futtermittelrecht nachlesen. Restaurants, Bars, Bistros, die unhygienisch produzierte Lebensmittel in Verkehr gebracht haben, sind mit Adresse, Art der Verstöße und auch dem Datum der Mängelbeseitigung genannt. Die Vorschläge für eine Kennzeichnung der Betriebe mit Hygiene-Ampeln sollten weiter verfolgt werden, allerdings bedingt das mehr Stellen für Lebensmittelkontrolleure. Dr. Ursula Schöffling, Trier