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Energie: Gewaltige Hemmnisse

Energie : Gewaltige Hemmnisse

Zur Karikatur „Herr Altmaier, Sie stehen voll in der Windschneise“ (TV vom 16./17. November) schreibt Alfred Hauer:

Mit seiner gelungenen Karikatur weist Harm Bengen ironisch auf die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgesehene Abstandsregelung für Windkraftanlagen von 1000 Metern zur Wohnbebauung hin. Es hat sich offensichtlich immer noch nichts an der negativen Einstellung von CDU/CSU und FDP zur Windenergienutzung geändert. Das beweisen die in Bayern gültige 10-H-Regel und die in Rheinland-Pfalz eingeführte 5-H-Regel (Anm. d. Red.: Die 10-H-Regel besagt, dass der Abstand einer Windenergieanlage zu Wohnungen mindestens zehn Mal so weit sein soll wie die Anlage hoch ist. Bei einem 200 Meter hohen Windrad – das ist heutzutage Standard – wären das 2000 Meter. Analog die 5-H-Regel).

Die Grünen sind wohl derzeit die einzige politische Kraft zur Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele und der raschen Beendigung der Kohleverstromung. Allein im Jahr 2017 sind von rund 135 000 Arbeitsplätzen im Windkraftsektor „an Land“ etwa 35 000 weggefallen. Es ist ein „besonderes Verdienst“ der Windkraftgegner, die WKA-Betreiber als skrupellose und die Umwelt schädigende Geschäftemacher abzustempeln. Ist es denn „anständiger“, serienweise auf der grünen Wiese riesige Gewerbegebiete mit Unsummen von Steuergeldern zu fördern? Die Windkraftbetreiber haben bisher alle mit der Ausweisung von Standorten verbundenen Planungs-, Erschließungs- und Ausgleichskosten selbst bezahlt. Verbandsgemeinden wie Arzfeld, Obere Kyll oder Prüm sowie der Eifelkreis nehmen Millionen an Gewerbesteuer ein, die Standortgemeinden profitieren zusätzlich durch jährliche Pacht- und Ausgleichszahlungen.

Gerade regionale Betreiber und eigens gegründete Bürgergenossenschaften werden zur Aufgabe gezwungen, weil sie endlos dauernde und damit sehr kostspielige Planungsverfahren mit ungewissem Ausgang nicht mehr stemmen können. Diese Hemmnisse betreffen nun vermehrt anstehende Repowering-Projekte, obwohl ja gerade dadurch die Anzahl der WKA bei gleichzeitig steigender Einspeiseleistung abnehmen würde.

Alfred Hauer, Niederweiler