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Gesellschaft
Gipfel des Irrsinns

Zur Berichterstattung über Weihnachten und den Jahreswechsel und den Ausblick auf die Zukunft Von Herbert Reichertz , Bleialf

Ohne Zweifel war es eine großartige Idee, den schwerwiegendsten Konstruktionsfehler bei der Erschaffung des Menschen, nämlich seine Neigung zur Gewalttätigkeit, nachträglich korrigieren zu wollen.

In einem außerordentlich dramatischen Eingriff versuchte der Schöpfergott diesen Schaden zu reparieren. Er schickte seinen Sohn auf die Welt, um den Menschen zu sagen und vorzuleben, wie man friedlich miteinander leben könnte und sollte. Dabei ließ er es zu, dass er von den missratenen Menschen auf grausamste Weise gequält und getötet wurde – und das alles ohne wirklich nachhaltigen Erfolg.

Die Menschen fuhren fort damit, sich gegenseitig zu massakrieren und die Köpfe einzuschlagen, häufig sogar angeblich im Namen ihres Gottes oder ihrer Götter. Damit ist dann der Gipfel des Irrsinns erreicht. Diese angeblich göttlichen Aufträge könnten allenfalls von Dämonen stammen, an deren Existenz man aber kaum glauben kann. Es liegt viel näher und ist schlüssiger davon auszugehen, dass diese „Dämonen“ im Menschen selbst beheimatet sind.

Genau so ist aber auch die Vernunft im Menschen als sein wertvollstes Gut verankert. Sie zeigt uns zuverlässig den Weg zwischen richtig und falsch beziehungsweise zwischen gut und böse. Bleibt uns also nur die Hoffnung, dass die Vernunft – wie fast alles auf dieser Erde – evolutionär angelegt ist und immer stärker wird. Andernfalls sieht es düster aus für unsere Zukunft und für die unseres Planeten.