Gräuel-Propaganda

Zur Kolumne "Im Gespräch" (TV vom 10./11. Januar):

Ich kann Walter Weber nur zustimmen. Es ist wirklich schändlich und verbrecherisch, wie die Hamas ihre Gräuel-Propaganda betreibt: Sie feuert dazu ihre Raketen bevorzugt aus dicht besiedelten Wohngebieten und sogar aus Schulen ab, damit die israelische Gegenwehr möglichst viele Zivilpersonen, nach Möglichkeit Kinder, trifft, die sie dann als Opfer angeblicher israelischer Grausamkeit vorführt.

Voreingenommene, unwissende, leichtgläubige oder einfältige Menschen sind mit solcher Propaganda sicher zu beeindrucken, wie die weltweiten Proteste gegen Israel zeigen. Die vorgeblichen Friedensdemonstranten scheint es dabei nicht zu stören, dass die Hamas Israel vernichten und damit fortsetzen will, was die Nazis dank ihrer Niederlage nicht vollenden konnten. Vielfach verbreiten die Demonstranten sogar ungeniert die Hamas-Propaganda mit Volksverhetzungsparolen wie "Stop Holocaust in Gaza!", auch in Trier. Warum hat die Hamas diesen Krieg begonnen? Ist sie wirklich so dumm zu glauben, sie könne Israel besiegen? Oder hat sie dies nicht eher aus propagandistischen Gründen getan, vielleicht im Auftrag des Iran, um Israel vor einem bevorstehenden Konflikt um die iranische Nuklearrüstung zu schwächen? Und wie kann es jetzt weitergehen? Der Führer der Hamas in Damaskus hat einem Waffenstillstand mit Israel kategorisch abgelehnt, und ihr militärischer Flügel hat sogar gedroht, eine mögliche Beobachter- oder Friedenstruppe, die den Waffenschmuggel aus Ägypten unterbinden soll, als Besatzungsmacht zu betrachten und anzugreifen. In dieser Situation wäre es dumm von Israel, den Kampf gegen die Hamas einzustellen, mag die Uno beschließen, was sie will. Wenn die EU einen Waffenstillstand haben will, müsste sie bereit sein, ihn auch gegen die Hamas durchzusetzen. Sonst hat Israel objektiv nur die Alternative, die Hamas entweder zur bedingungslosen Kapitulation zu zwingen oder sie zu vernichten. Anders kann es wohl keinen Frieden geben.

Robert Seidenath, Gusterath

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