Grobes Foulspiel

Zum Artikel "Fußball und Politik: Die Angst vor dem Elfmeter" (TV vom 14. Juli):

Frank Giarra, neuer Mann für den TV in Mainz, hat mit seinen frischen und direkten, dabei sachlichen und objektiven Berichten und Kommentaren aus der Landeshauptstadt Mainz eine wohltuende Wende vollzogen. Bei seinem Bericht über die "Angst vor dem Elfmeter" hat er jedoch - für mich unbegreiflich - die Linie einer fairen Berichterstattung überschritten. Da drischt er in einer Form auf den Oppositionsführer Christian Baldauf ein, der mühsam die Scherben seines Vorgängers aus Trier zusammenkehren muss, was er bei aller Kritik so nicht verdient hat. Einen CDU-Mann nur deshalb "fertigzumachen" und in den Dreck zu ziehen, weil er in der letzten Sitzung nicht den Rücktritt des Ministerpräsidenten Kurt Beck gefordert hat? Obwohl Frank Giarra genau weiß, dass Baldauf damit bei der klaren absoluten Mehrheit der Landes-SPD ins offene Messer gelaufen wäre. Die Niederlage der CDU in der Person Baldauf wäre ein Triumph für die SPD und die Medien geworden, zumal dem leutseligen Ministerpräsidenten die Medien gewogen sind und die Rheinland-Pfälzer - er kann machen, was er will - die Treue halten. Den Polit-Zirkus "Nürburgring à la Mainz", wie wir ihn seit Monaten über uns ergehen lassen müssen, mit allen Verrenkungen des Finanzministers und des Ministerpräsidenten kann man nur mit einer satirischen Büttenrede erklären. Schlimm ist es auch, dass sich Frank Giarra "auf die eigenen Leute" beruft und die FDP mit ins Spiel bringt. Jeder soll vor seiner Haustüre kehren!

Für den Ausrutscher des TV-Redakteurs, der dazu den Fußballsport benutzt und selbst die Gelbe Karte oder gar die Rote verdient hätte, kann es für mich nur eine Erklärung geben, er wurde zurückgepfiffen. Es wäre nur schade, wenn wir künftig auf die bisherige sachliche Berichterstattung von Frank Giarra verzichten müssten.

Egon Kappes, Zeltingen-Rachtig

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