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| 18:05 Uhr

Leserbriefe
Großer Nutzen, geringes Risiko

Zum Beitrag: „Elf Impfungen für französische Babys“ (TV vom 3. Januar) schreibt Dr. Ursula Schöffling:

Während in Deutschland immer noch über Pflichtimpfungen diskutiert wird, gibt es in anderen Ländern bereits klare Regelungen. In Frankreich wurde die Zahl der Pflichtimpfungen zum Jahresbeginn von drei auf elf erhöht. In Italien sind Impfungen gegen zehn Krankheiten vorgeschrieben.

Impfungen gehören zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin vor ansteckenden Krankheiten schützen. Nur bei Erreichen hoher Impfquoten von 95 Prozent ist es möglich, bestimmte Krankheitserreger auszurotten. Der gut aufbereitete TV-Beitrag erwähnt auch, wie gefährlich obskure Vorstellungen über Impfungen sein und Infektionskrankheiten sich zu Epidemien ausweiten können.

Die französische Gesundheitsministerin hat den Kampf gegen die allzu vielen Impfgegner aufgenommen und als Reaktion auf eine im Frühjahr 2017 ausgebrochene Masernepidemie nun die Pflichtimpfungen ausgeweitet. Nach Polio, Tetanus und Diphterie müssen Babys acht weitere Impfungen erhalten: gegen Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B, Keuchhusten, Meningokokken, Hämophilus Influenza B und Pneumokokken. Ohne diese elf Impfungen in den ersten zwei Lebensjahren wird das Kind nicht in den Kindergarten oder die Schule aufgenommen. Die Abwägung zwischen Nutzen und Risiko liegt bei Impfungen ganz klar auf Seiten des Nutzens. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte Arzneimittelwirkungen kommen nur in sehr seltenen Fällen zum Tragen. Wissenschaftlich unhaltbar ist ein Argument der Kritiker, das Immunsystem würde besser trainiert, indem die Kinderkrankheiten durchgemacht werden.

In Deutschland legen die Gesundheitsbehörden der Bundesländer „öffentlich empfohlene Impfungen“ fest. Grundlage dafür sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die beim Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin angesiedelt ist. Auf den Internetseiten des RKI können alle Informationen zu Grundimmunisierungen und Auffrischungsimpfungen für Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene aufgerufen werden. Ansteckungsgefahr besteht zunehmend durch den Reiseverkehr in Länder mit wenig Infektionsschutz der Bevölkerung. Warum Säuglinge geimpft werden sollen, sei an drei Krankheiten beispielhaft benannt:

1. Nach einer Maserninfektion ist das Immunsystem wochenlang angeschlagen, gefährlich sind Folgeinfektionen mit Bakterien, Mittelohr- oder Hirnhautentzündungen. Kinder und Jugendliche sind im bundesweiten Mittel nur zu 73,7 Prozent geimpft (Stand April 2017).

2. Mumps ist heute eine der häufigsten Ursachen für bleibende Schwerhörigkeit.

3. Hepatitis B kann bereits durch einen Blutstropfen oder von der Mutter während der Geburt übertragen werden, da der Virus extrem infektiös ist. Gefährlich sind dann Leberzirrhose oder Leberkrebs in der späteren Lebensphase.

Dr. Ursula Schöffling, Trier