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Militär: Gute Nacht, Deutschland

Militär : Gute Nacht, Deutschland

Zur Berichterstattung und zu Leserbriefen über die Ankündigung von US-Präsident Trump, Truppen aus Deutschland abzuziehen schreibt Wilfried Knickrehm:

Zu den diversen anti-amerikanischen Leserbriefen und anti-amerikanischen Beiträgen im Volksfreund ist dringend diese Gegenposition erforderlich. Zur Erinnerung: Die USA haben 1945 Nazi-Deutschland besiegt, sie hatten dabei 70 000 Tote. Sie haben Deutschland damals (gegen unseren Willen) die Demokratie übergestülpt. Heute hat man allerdings eher den Eindruck, wir hätten die Demokratie erfunden und müssten diesbezüglich die Amerikaner belehren. Die USA sind in Deutschland aus militärpolitischen Gründen geblieben und um den demokratischen Prozess abzusichern, beides war bitter notwendig. Sie boten uns dafür bis heute a) Sicherheit, b) Sicherheit, c) Sicherheit, d) sehr viele lokale Arbeitsplätze und lokalen Wohlstand. Damit ist es jetzt vermutlich weitgehend vorbei.

Deutschland hat sich von den USA abgewendet (nicht umgekehrt). Deutschland ist der amerikanischen Politik (auch Militärpolitik) seit Schröder – damals Kanzler, heute Gazprom – in den Rücken gefallen. Deutschland macht mit den gefährlichen Supermächten Russland und China Geschäfte und investiert nicht (wie diese) genug in seine Verteidigungsfähigkeit. Dies überlässt Deutschland immer noch den USA. Ich bin da in vollständiger Übereinstimmung mit dem jetzigen (und auch zukünftigen) amerikanischen Präsidenten. Das ist eine zweifelhafte und miese Einstellung. Jetzt gehen die Amerikaner weg. Wir „verdanken“ das a) der schweigenden Mehrheit, b) den rot-grünen ideologischen Eiferern, c) den pazifistischen Schreihälsen, d) den naiven und wankelmütigen Politikern, und last but not least e) der linkslastigen Presse. Aus ideologischen und wirtschaftlichen Gründen wenden wir uns von den USA ab (der derzeit stärksten Wirtschafts- und Militärmacht der Welt), begeben uns in Abhängigkeiten zu Mächten wie Russland und China, hegen Sympathien für den Iran. Das wird uns teuer zu stehen kommen und mehr als zwei Prozent des Bruttosozialprodukts kosten. Gute Nacht, Deutschland.

Wilfried Knickrehm, Trier