Guter Strom, böser Strom

Guter Strom, böser Strom

Zum Artikel "Nicht jeder Ofen muss raus" (TV vom 14./15. November):

Wer ein Elektroauto fährt und damit Kraftstoff, also Öl, durch elektrische Energie ersetzt, ist ein Umweltschützer. Wer hingegen sein Wohnhaus statt mit Öl mit elektrischer Energie beheizt und damit ebenso Heizöl durch elektrische Energie ersetzt, ist ein Umweltsünder; so nachzulesen in der Wochenend-Ausgabe, wo auf Seite 53 das Elektroauto hochgelobt wird und auf Seite 8 die elektrische Nachtstromspeicherheizung zu Grabe getragen werden soll.

Zwei gleiche Sachverhalte unterschiedlich bewertet. Elektroautos werden nicht etwa ausschließlich mit Strom aus Wasser-, Wind- und Solarkraftwerken aufgeladen und Elektrospeicherheizungen nur mit Strom aus Braun-, Steinkohle- und Kernkraftwerken betrieben. Nein, die elektrische Energie unterscheidet nicht nach dem "guten" Strom für Elektroautos aus regenerativer Stromerzeugung und Strom aus konventionellen Kraftwerken für die Elektrospeicherheizung, sondern die von uns verbrauchte elektrische Energie besteht aus einem Energiemix aller Stromerzeuger für alle Verbraucher.

Strom zur Substitution von Öl für den Betrieb von Kraftfahrzeugen ist zweifellos ökologisch sinnvoll und notwendig, vor allem angesichts der Tatsache, dass wir mit den Ölressourcen schonend umgehen und mit Blick auf die Klimaveränderung den CO{-2}{--}Ausstoß reduzieren müssen. Deshalb ist dieser Weg richtig. Dies gilt aber nicht nur für den Straßenverkehr, sondern muss auch für den nächstgrößeren Verbrauchssektor von Öl, die Wohnraumheizung, gelten.

Deshalb kann es nicht sein, dass jene, die ein Elektroauto fahren, gut und andere, die ihr Haus elektrisch beheizen, schlecht sind. Die elektrische Nachtstromheizung lebt und hat in der Vergangenheit einen erheblichen ökologischen Beitrag geleistet - das Elektroauto wird erst geboren.

Klaus Schmitz, Trier

Energie