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Hans-Jürgen Lichter und Rita Fassl-Lichter zum Gewerbegebiet Maring-Noviand

Gewerbegebiet : Immer mehr ein Schlafdorf

Gewerbegebiet

Zum geplanten Industriegebiet bei Maring-Noviand schreiben TV-Leser Hans-Jürgen Lichter und Rita Fassl-Lichter:

Als überregional tätiger Unternehmer und Gewerbesteuerzahler mit Sitz mehrerer Firmen in Maring-Noviand, melde ich mich zu den bisherigen Leserbriefen, die sich gegen die Ausweisung des Gewerbegebiets aussprechen.
Im Gemeinderat herrscht eine Mehrheit für das Gewerbegebiet. Die Interessen dieser Mehrheit sind durch den Bürgermeister umzusetzen; nicht zu blockieren oder gar zu verhindern. Der Maring-Noviander Bürgermeister, Geschäftsführer eines Pharma-Unternehmens, hat in einem Gewerbegebiet in Densborn eine Halle mit Verwaltung gebaut. Laut dortigem Bürgermeister geht es Densborn mit diesem Gewerbegebiet gut. Bei 550 Einwohnern gibt es 700 Arbeitsplätze, außerdem Ärzte, Läden, Gastronomie und eine gute Infrastruktur. Die kleine Ortschaft hat ein Gewerbesteueraufkommen von rund 800 000 Euro im Jahr und steht finanziell gut da.
In Maring-Noviand versucht die „Liste Becker“ das Gewerbegebiet zu verhindern. In den Leserbriefen wurde geschrieben, dass Maring-Noviand eine attraktive Winzer- und Fremdenverkehrsgemeinde sei. Wie viele Vollerwerbswinzer gibt es? Höchstens zehn . Im Dorf gibt es keine Bäckerei, keine Post-/Bankfiliale und die Hotellerie sowie Gastronomie stirbt aus. Und das soll eine Fremdenverkehrsgemeinde sein?

Die Durchfahrtstraße nach Platten wurde aus ökologischen Gründen zurückgebaut, die Hin- und Rückfahrt nach Wittlich beträgt jetzt zehn Kilometer mehr. Dadurch fehlt den noch verbliebenen Betrieben in der Brunnenstraße und der Bernkasteler Straße die Durchfahrts- und Laufkundschaft. Winzer sind wichtig für das Landschaftsbild und auch ich trinke gerne guten Wein, allerdings zahlen Winzer keine Gewerbesteuer. Ohne Gewerbegebiet, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und fehlende Infrastruktur wird der Ort immer mehr zu einem Schlafdorf.

Wenn das Gewerbegebiet realisiert wird, neue Arbeitsplätze entstehen und der Bedarf an Wohnraum steigt, bin auch ich bereit, neben den von mir gebauten beziehungsweise renovierten Gebäude, weiter zu investieren. Mein bisheriges Büro würde ich von Föhren in das dorfeigene Gewerbegebiet verlegen. Unsere Gemeinde hat nur Zukunft, wenn das Gewerbegebiet kommt!

Hans-Jürgen Lichter und Rita Fassl-Lichter, Maring-Noviand