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Natur: Hauptsache, genug zu fressen ...

Natur : Hauptsache, genug zu fressen ...

Zum Leserbrief „Mischt euch nicht ein!“ (TV vom 20./21. Oktober) und zur Diskussion über Wölfe schreibt Bernd Krewer:

Wie verquast ist doch die Tierliebe mancher Zeitgenossen. Sind 40 Schafe und Ziegen weniger wert als ein paar Wölfe? Und – allen Zweifeln und Zweiflern zum Trotz – die Zäune waren nach inquisitorischer Untersuchung durch die Wolfsbeauftragten nach Vorgabe des Landes Brandenburg gebaut, hatten Strom und waren tief genug eingegraben. Herdenschutzhunde waren vor Ort. Dass die Viehhalter einen Teil der Kosten für die „wolfssicheren“ Zäune selbst tragen müssen, ist eine arge Zumutung und kommt dem Trump’schen Zaun nach Mexiko recht nahe. Und zunächst wird ja mal untersucht, ob die Risse nicht doch Hunden zugeordnet werden können …

Wer hat eigentlich in den vergangenen 150 Jahren die Wölfe hierzulande vermisst? Sie kamen teils auf eigenen Pfoten und teils mit dem „Wolfs-Taxi“ – und das nicht, weil wir so ein ideales Wolfsland sind, sondern weil der Wolf als opportunistische Art mit nahezu allen Umweltbedingungen zurechtkommt. Hauptsache: Es ist genug zum Fressen da! Wir haben derzeit in Deutschland etwa 100 Wolfsrudel mit circa 1000 Tieren. Bei der bekannten Vermehrungsfreudigkeit der Wölfe werden es in sieben bis acht Jahren 10 000 Wölfe sein. Die brauchen 1200 Rehe oder 600 Schafe zum Sattwerden. Täglich! Dann aber wird im Freiland keine Viehhaltung  mehr möglich sein.

Indien hat seine heiligen Kühe, wir unsere heiligen Wölfe.

Bernd Krewer, Kinderbeuern