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Gesundheit: Heißes Eisen, mutig angepackt

Gesundheit : Heißes Eisen, mutig angepackt

Zum Artikel „Risikogebiet Luxemburg: das Rätsel um die Zahlen – Oder: Pressearbeit schwer gemacht“ (TV vom 23. Juli) schreiben Dr. Hans-Werner Weisskircher und Günter Schumacher:

Ich rechne es dem TV sehr hoch an, dass er den journalistischen Mut hat, sich gegen den Mainstream an dieses heiße Eisen heranzuwagen und die Leser darüber informiert. Denn Thomas Roth hat durch seine Zahlenrecherche den Finger in eine Wunde gelegt mit der Aussage: „Dies ist, gerade weil wir nicht mehr über die ersten Wochen der Corona-Pandemie reden, peinlich und wirft kein gutes Licht auf das Krisenmanagement. Und es zeigt sich, dass die Pressestellen diese Hintergründe zurückhalten wollen.“

Es wäre schön, wenn sich alle diese Aussage vor der nächsten Wahl nochmals in Erinnerung rufen. Ich empfehle auch dringend nachzufragen, wie hoch sich der Einfluss falsch-positiver Ergebnisse bei nicht hundertprozentiger Sensitivität und Spezifität des in Luxemburg angewandten Tests auf die präsentierten Zahlen auswirkt. Meine Nachfrage bei der dafür verantwortlichen Firma Ecolog aus Düsseldorf blieb bislang unbeantwortet.

Bei einem Produkt einer in der Region ansässigen Firma liegt die Sensitivität der Abstrichtests bei 92 Prozent. Das sind bei 100 000 Tests 8000 Personen, bei denen zweifelhafte Ergebnisse geliefert werden. Daher ist bei diesen Größenordnungen und bei diesen geringen Höchstgrenzen, um als Risikoregion eingestuft zu werden, eine Nicht-Berücksichtigung der Sensitivität der Tests grob fahrlässig, zumal dies auch durch die immer auftretenden falsch-positiven Ergebnisse zu einer nie enden wollenden Pandemie führen würde. Aber eine Pandemie in die Länge ziehen will ja keiner. Eigentlich.

Dr. Hans-Werner Weisskircher, Igel

Ich möchte den Volksfreund-Journalisten für ihre Hinterfragung einer politischen Entscheidung ganz herzlich danken, ebenso dafür, diese zu veröffentlichen. Der „Mainstream-Presse“ wird ja oft vorgeworfen, nur unkritisch die Meinung der Regierenden wiederzugeben. Ich verstehe nun, was für ein Riesenaufwand selbst die Hinterfragung einer simplen Entscheidung („Luxemburg ist Corona-Risikogebiet“) macht. Der Folgerung, dass es kein gutes Licht auf das Krisenmanagement wirft, wenn den Entscheidern nicht einmal bewusst war, auf welcher Grundlage die Zahlen entstehen und dass sie verschieden interpretiert werden können, stimme ich zu.

Gerne würde ich auch die wissenschaftlichen Kriterien der Entscheidung hinterfragen lassen, die Maskenpflicht einzuführen. Oder weshalb die Kanzlern sich schon jetzt sicher ist, dass die Aufhebung/Einschränkung mehrerer Grundrechte erst rückgängig gemacht werden kann, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Wie viel Prozent der Bevölkerung müssten geimpft sein? Nach welchen Zahlen wird man von einer „zweiten Welle“ (nur Covid-19, oder auch Covid-20, Covid-21 und so weiter) sprechen können? Es gibt noch viel zu tun für „neugierige“ Journalisten. Danke im Voraus.

Günter Schumacher, Trier