Herausragend ... respektvoll ... unerträglich ... wahr ... würdig

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Politik

Zur Berichterstattung über den Tod von Helmut Kohl sowie zum Leserbrief "Bitte keine Heldenverehrung" (TV vom 21. Juni):
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster lässt auf der Titelseite des Volksfreunds seine minimalistische Begegnung mit dem verstorbenen Bundeskanzler Helmut Kohl vorbringen. Ich hingegen kann auf vier persönliche Begegnungen im Bundeskanzleramt mit ihm verweisen. Zwei herausragende Treffen.
Einmal mit den Spielern Rudi Thömmes und Dirk Fengler von Eintracht Trier sowie Alb Hardy, Christoph Böhr und mir. Es war ein aufgeräumtes, lockeres, über einstündiges Gespräch und berührte fast ausschließlich Fußballthemen. Dabei kam Helmut Kohls eingehende Fußballkenntnis des Südwestens zum Ausdruck.
Die zweite Begegnung war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Horst Langes, die Helmut Kohl persönlich vornahm. Hierbei kam es auch zu einem kurzen Treffen mit dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Giscard d'Estaing, der einen Besuch beim Bundeskanzler beendet hatte.
Zwei weitere Termine fanden im Beisein von Christoph Böhr statt. Sie dienten allgemeinen politischen Fragestellungen.
Eine ganz besondere Ehre wurde mir durch den persönlichen Besuch des Bundeskanzlers im Brüderkrankenhaus zuteil. Auf dem Weg von Luxemburg nach Bonn machte Helmut Kohl in Trier Zwischenstation, um Heinrich Holkenbrink, der stationär in Behandlung war, im Brüderkrankenhaus aufzusuchen. Dabei verwies Heinrich Holkenbrink auf mich als den CDU-Schatzmeister und Verwaltungsdirektor des Hauses.
Hans-Joachim Doerfert
Wittlich

Bravo für die respektvollen und doch wahren Worte von Friedhelm Enser, es wird Zeit, dass man es auch aus dieser Sicht sieht. Der Beitrag spricht mit aus der Seele, danke für diese klaren Worte.
Heide Greinert
Waldweiler

Der Leserbrief des Herrn Enser ist unanständig und unerträglich. Dass der TV ein derartiges Pamphlet veröffentlicht, ist nicht nachzuvollziehen!
Helmut Reimers
Trier

Ich finde den Leserbrief von Herrn Enser gut und zutreffend. Endlich werden auch einmal Dinge angeführt, wie sie sind und waren. Wenn man schon versucht, jemanden so hochzuheben, dürfen auch Tatsachen, die unangenehm sind, nicht verschwiegen werden. Oder steht bei den Lobeshymnen für Kohl eine gewisse Absicht dahinter? Ich hoffe nicht. Die Wahrheit ist immer das Beste.
Herbert Daufenbach
Wittlich

Die familiären Probleme der Kohls sind schon lange bekannt, aber ist es denn wirklich nötig, am Ende eines langen Lebens ein solches Verhalten zu zeigen? Das gilt für die Kinder genauso wie für Kohls Witwe - ein Minimum an Anstand und Würde steht jedem gut. Ich bin sicher, dass Kohl sich Gedanken gemacht hat über seine Beerdigung, und die sollten berücksichtigt werden. Auch Politiker sollten in Anstand und Würde Abschied nehmen und die Beerdigung nicht als Wahlkampfveranstaltung missbrauchen.
Dorothea Thul
Hermeskeil

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