Herbst

Wo bist du, Sommer, hingegangen?Ich folge deinen Spuren nach.Hab hier und da noch froh umfangenein Blümlein, das das letzte war.



Es lag auf grauem Stoppelfeld,
manch Ährlein, das nicht aufgelesen,
und unterm düstern Himmelszelt
zog Nebel, wie ein schaurig Wesen.

Das bunte Laub im nahen Wald
fällt müde schon zur Erde.
Der Herbstwind weht herüber kalt,
der Schäfer treibt die Herde.

Kein Bienlein summt, kein Käfer brummt
im dürren Kraut der Heide.
Schier ausgezogen bis aufs Hemd
steht drunt' am Bach die Weide.

Getrübt von Lehm und Regenguss
wälzt sich der Strom dahin.
Er fühlt wohl, dass er wandern muss,
doch weiß er nicht wohin.

Schneegänse hab ich schon gesehn
mit schrillem Schrein und Rufen,
als schwarzer Pfeil nach Süden gehen
ins Land der warmen Ufer.

Der Sommer ging, der Herbst ist da,
es welkt die letzte Rose,
und auf verlass'nem Weideland
steht blass die Herbstzeitlose.