1. Meinung
  2. Leserbriefe

Ihre Meinung: Hier wird eindeutig übertrieben

Ihre Meinung : Hier wird eindeutig übertrieben

Nationalpark

Zu verschiedenen Presse-Berichten über die aktuelle Entwicklung des Nationalparks schrieb uns dieser Leser:

 Zum ersten: Der Nationalpark soll am liebsten von der Tourismus-Industrie vereinnahmt werden, ginge es nach den örtlichen Kommunalpolitikern (Mountain-Bike-Trassen, Ranger-Touren durch teils Wildtier-intime Bereiche etc.).

Nun: Tourismus ist „Fluch und Segen“, wie es heißt. Der „Segen“ (wenn ja, für wen?) kann schnell ins Gegenteil umkippen, meist unmerklich daherkommend. Auf dem Weg dorthin: Unruhe, Verkehr, Zivilisationsmüll. Wem ist mit alledem gedient?

Lasst doch die Natur in Ruhe! Man muss meinen, der heutige Mensch kann alleine keine Ruhe mehr finden, noch weniger ertragen.

Weiterhin: die gegenwärtige Kahlschlagswirtschaft (Motto: Fichten-Ausrottung). Eigentlich eine von der französischen Besatzungsmacht nach dem Krieg aufgezwungene forstpolitische Sünde. Muss das sein, zur Moor-Renaturierung?

Warum wurden hier auch uralte Fichten, Charakterbäume in ihrer Form und Eigenart,  einfach so abgeholzt, ohne Sensitivität und Sensibilität. Besonders brachial wurde hier im oberen Traunbachtal bei Thranenweier vorgegangen, ungeachtet der Ökologie eines Gebirgswaldbachs.

Hier wurde eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. Diese radikale Landschaftsbild-Veränderung schmerzt viele. Immerhin: Es werden sich hier wieder ideale Brunftplätze für das so geächtete Rotwild bilden.

Thema Brennholz: Heute kriegt man die Buchenstämme quasi vor die Haustür geworfen. Früher tuckerte man mit seinem alten Traktor in seine „Kupp“ und machte hier sein Holz, alles verwertend, auch die sogenannten „Geißenbeinchen“ sowie Fichtenzapfen zum Feueranmachen. Ein unbedingtes Recht der Bewohner unserer „Waldhüttendörfer“, die schon immer im, mit und vom Wald gelebt haben.

Forst- und Waldwege: Heute wachsen sie zu (Erlen), teilweise kaum mehr passierbar. Klar, so ist es gewollt. Aber auch hier: eindeutig zu viel „des Guten“.

Keiner will heute mehr dem „Forst“ (der preußischen Reißbrett-Plantage) das Wort reden, der „Wald“ als Gesamt-Natur-Kunstwerk ist das, was deutsche Seele, deutsches Gemüt seit jeher ausmachte und gottlob wieder im Vordergrund steht.

Ich mute mir in dieser Angelegenheit keine Sachkompetenz, wohl aber einen gesunden Menschenverstand zu. Und der besagt: Hier wird eindeutig übertrieben.