HOCHMOSELBRÜCKE

Zum Artikel über den Bau der Hochmoselbrücke "Neuer Streit um Standsicherheit" (TV vom 12. Januar) schreibt dieser Leser:

Für mich ist sehr interessant, dass das zuständige Infrastrukturministerium in Mainz keinen Grund sieht, ergänzende Untersuchungen zu machen. Na klar, das Ministerium sitzt in Mainz und nicht in der VG Bernkastel-Kues. Auch klar, dass man von Mainz die geologischen Verhältnisse nicht sieht, außer man fährt mal hin und schaut, was los ist. Lieber nichts sehen, dann muss man auch nicht zugeben, was für eine unmögliche Planung da gemacht wurde. Bei meiner Tätigkeit im Straßenneubauamt in Kassel hätte es mächtig Ärger gegeben bei solch einer Planung. Eine Planfeststellung ohne vorherige genaue Untersuchung in einem solchen Gebiet kann man als blind bezeichnen! Oder man will die Gefahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht sehen. Anfang 2010 habe ich den Landesbetrieb Mobilität (LBM) nach Aushub einer Wildbrücke darauf aufmerksam gemacht, dass eine bis dahin unbeschädigte Felsformation Schäden aufweist. Eineinhalb Jahre später hat man mich gefragt, wo das ist. Man könne keinen Schaden sehen. Ist das Blindheit? Ende September 2011 wurde die Sicht etwas klarer, denn man hatte bis dahin genügend Aufträge vergeben, um jetzt sagen zu können, es seien schon so viel Gelder ausgegeben, man könne das nicht mehr stoppen. Ich bekam Besuch vom LBM und Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB), die mir erklären wollten - an der Spitze der Geologe, der das Gutachten für die B 50 erstellt hat - es sei alles ein natürlicher Prozess. Nur sagte mir die geologische Fakultät der Fachhochschule Kärnten was anderes. Auch kommt jetzt Dr. Feuerbach zu dem Schluss: "Es ist ein Wahnsinn", hier eine Straße zu bauen. Ich frage mich: Gibt es im Ministerium in Mainz, beim LBM in Koblenz und Trier nur Hör- und Sehgeschädigte? Es ist offenkundig, was da geschieht! Wilfried Schnatmeyer Graach