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Finanzen: Höchst einseitig

Finanzen : Höchst einseitig

Zum Artikel „Kaufprämien und andere Konjunkturspritzen“ (TV vom 2. Juni) schreibt Paul R. Woods:

Was mir als Erstes auffiel, war, dass der TV für die Automobil-Branche eine Zahl von 850 000 Jobs nennt, jedoch keine einzige für irgendeinen anderen Bereich der deutschen Volkswirtschaft.

Was ist mit den 1 573 000 Jobs im Gastgewerbe, den 2 816 000 Jobs im Bereich Erziehung und Unterricht oder 5 450 000 Jobs im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen? Zählt bei Ihnen nicht, denn Sie erwähnen diese Sektoren überhaupt nicht.

Dass BMW 2020 (für 2019) an Aktionäre über 800 Millionen an Euro gezahlt hat, ist Ihnen ebenfalls nicht erwähnenswert. Und dass VW Milliarden für den sittenwidrigen Betrug zahlen muss, kommt bei Ihnen ebenfalls nicht vor. Aber bräuchten diese Firmen bei einem anderen Verhalten überhaupt steuerfinanzierte Anreize?

Sie erwähnen auch nicht die Hilfen für einen anderen Wirtschaftszweig: die Luftfahrt und hier insbesondere Lufthansa. In den Auflagen für diese Firma wird in den Medien von Freigabe von Slots an den Flughäfen Frankfurt und München berichtet. Wie verhält es sich aber mit den Geldern, die Lufthansa auf den Cayman-Inseln gebunkert hat?

Paul R. Woods, Neumagen-Dhron