Ideologische Verblendung

Ideologische Verblendung

Zum Leserbrief "Perfide, infam, unverschämt" (TV vom 28. Dezember):

Der perfide, infame und unverschämte Leserbrief von Konrad Ochsenreither ist reine Polemik und führt sich selbst ad absurdum!

Der als elitär gescholtene Philologenverband (PHV) soll gleichzeitig(!) "Gleichmacherei" betreiben, wenn er darauf hinweist, dass geistig behinderte Kinder an Förderschulen und von entsprechend ausgebildeten Lehrkräften individueller betreut werden können als am Gymnasium. Körperlich beeinträchtigte Schüler gibt es bekanntlich schon seit jeher an Gymnasien.

Die Behauptung Ochsenrei thers, durch die neueste Behindertenpolitik - also potentielle Aufnahme auch geistig Behinderter an Gymnasien - trete der "Gleichschritt in der Bildung zurück ... zugunsten individueller Förderung", muss als ideologische Verblendung zurückgewiesen werden. Der PHV als Verband der Gymnasiallehrer tritt mit Nachdruck für das differenzierte Schulwesen ein und damit ausdrücklich für die Förderung individueller Begabungen. Das sogenannte "Anrecht auf gemeinsames Lernen" hört sich übrigens gut an, ist nach meiner über 30-jährigen Lehrererfahrung (nicht nur am Gymnasium) jedoch eine Mogelpackung und ausgesprochen unsozial, da intellektuell schwächere oder langsamere Kinder unnötig frustriert und lernfähigere Schüler ausgebremst werden; das vielgelobte Erlernen "sozialer Kompetenzen" in heterogenen Gruppen ist im Kindergarten- und Grundschulbereich sicherlich gegeben und von großem Vorteil. Diese Kompetenz kann m.E. in weiterführenden Schulen effektiver durch gezielte Projekte erreicht werden - wenn überhaupt!

Marie-Antoinette Ternes, Prüm

bildung