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Ernährung: Im Überfluss produziert

Ernährung : Im Überfluss produziert

Zum Artikel „Fleischsiegel verwirren Kunden“ (TV vom 18. Januar) schreibt Karl-Heinz Stolz:

Wer ist hier mehr verwirrt? Doch die, die diese Verordnungen und Gesetze fabrizieren. Was glauben diese Damen und Herren eigentlich, wie es in der Praxis wirklich zugeht? Wenn ich erfahre, dass es laut Gesetz legal ist, 39 Kilo Masthähnchen auf einem Quadratmeter zu halten, das sind, wenn man von einem Hähnchen von 2,5 Kilo ausgeht, mehr als 15 Stück. Alles klar? Da muss man sich fragen, ob die Gesetzgeber überhaupt schon mal ein lebendes, ausgewachsenes Hähnchen gesehen oder ihre Kenntnisse gegoogelt haben.

Das Gleiche gilt für ihr Wissen über Schweine und Bullen. Aber unabhängig davon wird viel Trara über Tierschutz und so weiter gemacht, und aus Erfahrung weiß ich, dass es den meisten Kunden völlig egal ist, wo das Fleisch herkommt, Hauptsache billig. Was mir Sorgen macht: dass hochwertiges Fleisch wie Schweinefilet, Rouladen, Kalbfleisch zu Schleuderpreisen unter zehn Euro das Kilo auf den Markt kommt. Fleisch ist schon lange nicht mehr „ein Stück Lebenskraft“, es wird im Überfluss produziert, und solange die Agrarindustrie von Brüssel Subventionen in Milliardenhöhe erhält, wird produziert. Dabei gucken die Ehrlichen, die es wirklich noch gibt, in die Röhre. Viele Kunden müssen ja auch aus finanziellen Gründen Angebote kaufen. Weniger ist in diesem Fall mehr Tierschutz. Die ganze Etikettiererei ist sowieso nur ein Ablenkungsmanöver des Handels.

Karl-Heinz Stolz, Irrel