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Leserbriefe: Immerwährender Widerspruch

Leserbriefe : Immerwährender Widerspruch

Zum Leserbrief „Hingehen“ Ansehen!“ (TV vom 31. Januar) und zum Artikel „Wo bleibt Schillers Tragik?“ (TV vom 15. Januar) schreibt Gisela Hertel:

Nach meinem Besuch der Aufführung des „Don Carlos“ im Trierer Theater kann ich die positive Aussage von Birgit und Bernhard Hoffmann nur bestätigen. Erst aufgrund dieses Briefes habe ich die Kritik „Wo bleibt Schillers Tragik?“ gelesen. Wer hat denn überhaupt diese Kritik geschrieben? (Anm. d. Red.: Eva-Maria Reuther, wegen eines Versehens fehlte der Name der Autorin). Mir hat die Aufführung ausgesprochen gut gefallen. Ausdrucksstark, entsprechend ihren Rollen, waren alle. Für die fünf Hauptdarsteller gab es logischerweise mehrere Möglichkeiten, das herauszustellen. Marquis Posa unterstreicht durch sein legeres, unkonventionelles Gewand und Handeln bestens die freiheitliche Komponente des Stücks. Die anderen vier Protagonisten hingegen verharren durch ihre Kostüme und Etikettentreue stilgerecht in der damaligen Zeit. König Philipp, offensichtlich überforderter Regent, lässt sich sowohl von Militär und Kirche wie auch von seinen Trieben regieren. So kommt hervorragend der immerwährende Widerspruch und Kampf zwischen Macht und Unterdrückung einerseits und dem Freiheitsstreben Schiller’scher Prägung andererseits bestens zum Ausdruck. Die Aufführung kann ich nur empfehlen.

Gisela Hertel, Konz