Immobilien

Zum Artikel "Lockangebote cleverer Vermieter" (TV vom 29./30. Oktober)

In dem oben erwähnten Bericht heißt es, dass clevere Vermieter Mieter über die zu erwartende Höhe der Nebenkosten täuschen. Tatsächlich handelt es sich bei einem derartigen Verhalten nicht um den durchschnittlichen Vermieter, der regelmäßig die Höhe der Betriebskosten gar nicht abschätzen kann, sondern um seltene Fälle unlauteren Verhaltens. Als Vertreter der Vermieter im hiesigen Raum verwehren wir uns dagegen, derartige Personen als "clevere Vermieter" zu bezeichnen. Ebenso wenig handeln Mieter, die eine Wohnung anmieten, ohne in der Lage zu sein, die Miete zahlen zu können, nicht "clever", sondern unlauter, mitunter machen sie sich sogar strafbar. Auch der BGH geht nicht von "cleveren" Vermietern aus, sondern davon, dass die Kosten in der Regel für den Vermieter nicht vorhersehbar sind. Demzufolge sprechen die Entscheidungen sich auch zugunsten der Vermieter aus. Abschließend wird in dem Artikel auf eine Lösung unter Vereinbarung von Pauschalen hingewiesen. Von solchen Pauschalen ist allerdings abzuraten. Weder Mieter noch Vermieter wissen, wie sich die Kosten entwickeln, und riskieren daher, zu viel zu zahlen beziehungsweise nicht kostendeckend zu vermieten. Wichtig ist nur, eine saubere, klare vertragliche Vereinbarung zu treffen und ordnungsgemäß abzurechnen. Dr. Ralf Glandien, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzerverbandes für Trier und Umgegend e. V.