Immobilien

Zum Artikel "Eigenbedarf: Kündigungsgrund schlechthin" (TV vom 18./19. Februar):

Entgegen der Ausführungen in dem Artikel stellt der Kündigungsgrund des Eigenbedarfes keineswegs den häufigsten Fall der Auflösung eines Mietverhältnisses durch den Vermieter dar. Viel häufiger ist in der Praxis die Kündigung wegen Zahlungsverzuges, wenn also der Mieter seiner Pflicht zur (auch pünktlichen) Zahlung der Miete nicht nachkommt. Diese Art der Kündigung dürfte mindestens zehnmal häufiger vorkommen; sie ist durch den vertragsbrüchigen Mieter verursacht. Die Eigenbedarfskündigung ist keineswegs die Kündigung des "Hobby-Vermieters", sondern ein glücklicherweise vorhandenes Überbleibsel des grundgesetzlich garantierten Eigentums. Manchmal wird schlicht "vergessen", dass der Vermieter Eigentümer der Wohnung ist, sich diese im Regelfall hart erarbeitet hat und auch alle wirtschaftlichen Risiken trägt. Daher soll der Eigentümer die Wohnung natürlich auch seinen Familienangehörigen bevorzugt zur Verfügung stellen können. Falsch ist, dass es diese Kündigungsform nicht bei juristischen Personen gibt; es gibt dort den sogenannten Betriebsbedarf. Falsch ist auch, dass die Kündigungsfrist bis zu zwölf Monate beträgt; das Gesetz hat sich hier vor über zehn Jahren geändert, die Höchstfrist liegt im Regelfall bei neun Monaten. Ebenfalls unzutreffend ist, dass sich diese Kündigungen häufig als unzulässig entpuppen. Seriöse Vermieter und deren Vertreter wissen um die Bedeutung der Abgabe einer unzulässigen Kündigung und um das Risiko, zutreffenderweise mit Schadensersatz "abgestraft" zu werden. Dr. Ralf Glandien, Vorsitzender Haus und Grundbesitzerverband Trier und Umgegend e.V.