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Sport und Klima: Ist es das wirklich wert?

Sport und Klima : Ist es das wirklich wert?

Zum Artikel „Training in 2200 Metern Höhe“ (TV vom 14. Januar) schreibt Hans-Ulrich Bohner:

In dem Bericht über die Vorbereitung des Trierer Silvesterlauf-Vereins für ein Höhentraining in Ruanda war zu lesen, dass noch Teilnehmer und vor allem Sponsoren gesucht werden.

Weder den potenziellen Teilnehmern noch den Sponsoren, darunter der Bund und das Land Rheinland-Pfalz, scheint der Zusammenhang ihres Tuns mit den Diskussionen und den Erkenntnissen der Ursachen des Klimawandels klar zu sein. Oder ein solcher Zusammenhang wird von ihnen schlicht ignoriert. Und Bund und Land kümmern die eigenen Klimaschutzziele und -maßnahmen keinen Deut. Wenige Klicks auf Plattformen wie Atmosfair zur Klimawirkung von Flügen zeigen knallhart: Eine zehnköpfige Gruppe wird bei dem Flug nach Kigali circa 36 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Pro Person ist dies erheblich mehr als ein Jahr Autofahren (12 000 Kilometer mit einem Mittelklassewagen) und viel mehr als das klimaverträgliche Jahresbudget (2300 Kilogramm) eines Menschen. Ist der Trainingsspaß mit den ruandischen Jugendlichen das wirklich wert? Falls sich der Silvesterlauf-Verein entscheiden sollte, sein Höhentraining im Juli in den Alpen mit Bahnfahrt zu planen, bin ich gerne bereit, mich am Crowdfunding zu beteiligen.

Hans-Ulrich Bohner, Trier