Justiz

Zur Berichterstattung über Uli Hoeneß und Marco Reus:

Vorweg eines: Ich bin sowohl ein Bewunderer der Leistung von Uli Hoeneß als auch der Spielweise von Marco Reus. Aber: Wieso wird von den zuständigen Stellen (Gerichten) behauptet, es gebe keinen Promi-Bonus? Wie anders ist der Fall Reus zu bewerten? Für "Fahren ohne Führerschein" sieht das Strafrecht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr vor, alternativ eine Geldstrafe. Diese Geldstrafe (540 000 Euro) bezahlt Reus aus der Portokasse. Jeder Normalbürger hätte wohl einsitzen müssen. Ebenso hätte der Normalo vor Ablauf von bis zu vier Jahren keinen Führerschein machen dürfen. Reus hat diese Probleme nicht. Kein Promi-Bonus? Ähnlich der Fall Hoeneß: Das Strafmaß für diese Straftat (nein, kein Kavaliersdelikt!) war relativ gering. Dann Freigang mit Urlaubsanspruch nach recht kurzer Haftzeit mit vermuteten Vergünstigungen, von denen wir nichts wissen. Kein Promi-Bonus? Die beiden Fälle zeigen, dass mit zweierlei Maß geurteilt wird. Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Karl Heinz Hilsemer, Trier