Justiz

Zum Leserbrief "Ungerecht" (TV vom 16. November):

Endlich ist es raus, es hat zwar lange gedauert, aber nun ist es doch soweit: Frau Marlies Biehl aus Züsch hat es in ihrem Leserbrief auf den Punkt gebracht. Die Polizei macht (wohl schon seit Jahren) Geschwindigkeitsmessungen am jeweiligen Fahrzeugtyp fest. Richtig, Frau Biehl, Sie haben es erkannt. Die Polizei bekommt zu Beginn eines jeden Jahres (man munkelt vom Innenministerium) Listen über die landesweit geplanten Messeinsätze zur Geschwindigkeitsüberwachung. Diese Maßnahmen orientieren sich jedoch nicht an möglichen Unfallzahlen wegen zu hohen Geschwindigkeiten, sondern, weit gefehlt, ausschließlich an den von den Fahrzeugführen genutzten PKW-Marken. Längst scheint sicher zu sein, dass die Polizei sogenannte A-Tage hat: Dies sind Tage, an denen ausschließlich hochwertige Fahrzeuge der Marke Audi bei Geschwindigkeitsmessungen angehalten werden. Gefolgt vom B-Tag: Richtig - das sind die Tage, an denen die BMW-Klassen ins Netz gehen, jedoch erst ab den 5er BMWs aufwärts. Darunter lohnt nicht. Diese Buchstaben setzen sich dann über das ganze Jahr fort. Ab und zu muss auch mal ein F-Tag (für Fiat) oder ein C-Tag (für alle Corsas oder kleineren Citroëns) eingeschoben werden, denn ansonsten würde der Autofahrer vermutlich zu schnell merken, dass hier irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie, Frau Biehl, hatten natürlich am 25. Oktober, als Sie leider etwas zu schnell fuhren, das Pech, dass an diesem Tag gerade der Buchstabe M an der Reihe war. M für Mercedes. Schade. Aber auf der anderen Seite dürfen Sie jetzt beruhigt wieder schneller fahren, denn bis der Buchstabe M wieder dran ist, wird wohl sicher ein ganzes Jahr vergehen. Und sollten Sie trotzdem mal wieder in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten, wird der nette Polizist Ihnen zwar sagen, dass Sie zu schnell gefahren sind, aber heute Glück hätten, weil heute gerade P-Tag wäre. Sie ahnen es schon: Richtig, P für Porsche! Karl-Heinz Reichert, Altrich