katholische kirche

Zum Artikel "Priester aus Trierer Kloster missbraucht jahrelang Jugendliche" (TV vom 23. Mai):

Meinung

Die besten Kandidaten sind gerade gut genug
Ach, schon wieder, sagt man, wenn man Artikel wie diesen in seiner Zeitung liest, und fragt sich, wann das wohl endlich ein Ende haben wird. Nicht zu leugnen ist, dass die Ursachen dieser unseligen Dinge in der unterdrückten, normalen, menschlichen Sexualität zu suchen sind. Das sollte man amtskirchlich endlich einsehen und auch, dass man einfach nicht gegen die ganz normale, gottgegebene, menschliche Sexualität ankommt. Die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen könnten sicher reduziert werden, wenn man Priestern ein ganz normales Leben und auch Sexualleben zugestehen würde, was heißt, dass man sich von dem unseligen, gegen die menschliche Natur gerichteten Pflichtzölibat verabschieden und ganz normalen Männern das Priestertum ermöglichen müsste. Das würde sich zudem nicht nur auf die Quantität und den damit verbundenen Priestermangel, sondern auch auf die Qualität der Neupriester auswirken. Derzeit hat man nicht selten den Eindruck, dass die besten Kandidaten die Unsinnigkeit und Problematik des Pflichtzölibats erkennen und Gott dann lieber auf andere Art zu dienen versuchen und dass so offenbar nicht selten nur noch die zweite oder dritte Wahl zum Zuge kommt. Für ein Priestertum dürften die besten und klügsten Kandidaten gerade gut genug sein. Die Kirche sollte sich schnell vom unseligen, mit nichts zu begründenden Pflichtzölibat verabschieden - in der Erkenntnis, dass damit zunehmend nicht nur die Quantität, sondern vor allem auch die Qualität beeinflusst wird, was sich auf Dauer auch in hohen und höchsten Ämtern niederschlagen dürfte. Josef Berens, Rommersheim