Katholische kirche

Zu den Leserbriefen "Falsche Moral, verrückte Maßstäbe und eine Marionette" (TV vom 24./25. März):

Dass bei der Aufklärung und Verfolgung der sexuellen Missbrauchsfälle im Bistum Trier längst nicht alles so verläuft, wie es zu wünschen wäre, ist offensichtlich. Das zeigen die sehr emotionalen Reaktionen auf jede weitere Meldung von mutmaßlichen Versäumnissen der Bistumsleitung. Dass Priester immer noch in der Seelsorge eingesetzt werden, egal in welchem Bereich, ist für die meisten unverständlich und nicht nachzuvollziehen. Hier wird es sicherlich zu erneuten Korrekturen in der Vorgehensweise des Bistums Trier mit straffällig gewordenen Priestern kommen. Auch wird man über die Frage, ob Priester in der katholischen Kirche immer unverheiratet sein müssen, auch in Zukunft heftig debattieren. Was allerdings schlichtweg falsch ist, ist die Meinung, dass der Zölibat der Grund dafür ist, dass Priester sich an Kindern vergehen, wie es Pfarrer Winfried Krause von der evangelischen Kirchengemeinde Thalfang in seinem Leserbrief suggerieren will. Solche Äußerungen treffen mich persönlich als Pfarrer von Gemeinden, in denen es Missbrauchsfälle in früheren Zeiten gab und ich mich bemühe, eine Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen, die wirklich das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Blick hat. Ich bin im Übrigen der Meinung, dass der einzige wirksame Schutz gegen sexuelle Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen eine gute Präventionsarbeit und Aufklärung ist. Jede Polemik und Generalverdächtigungen halte ich dagegen für kontraproduktiv. Sie lenken eher vom eigentlichen Thema ab. Allerdings lasse ich mir gerne von Pfarrer Krause eine blühende evangelische Kirche zeigen, in denen die Pfarrer verheiratet sind und es darüber hinaus Pfarrerinnen gibt. An dieser Stelle lasse ich mich gerne ökumenisch belehren. Alexander Kurp, Pfarrer der katholischen Pfarreiengemeinschaft Heidenburg

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